Nach den Fanausschreitungen im Rudolf-Harbig-Stadion beim Heimspiel der 2. Bundesliga zwischen der SG Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin machten nun auch Fans des FC Hansa Rostock am Mittwochabend im Auswärtsspiel der 3. Liga beim SC Verl unrühmlich auf sich aufmerksam. Eigentlich wäre es viel wichtiger gewesen, den 2:1-Auswärtssieg der „Kogge“ im Aufstiegsrennen in den Vordergrund zu stellen. Aber einmal mehr fielen Hansa-Fans auf, deren unschöne Aktionen fast zum Spielabbruch geführt hätten.
Während Rostock in dem wichtigen Spiel beim Tabellennachbarn in der ersten Halbzeit zwar diszipliniert, aber ohne Durchschlagskraft aufspielte und kurz vor dem Kabinengang ein Gegentor hinnehmen musste, sah sich Schiedsrichter Michael Bacher in der 27. Minute gezwungen, das Spiel erstmals zu unterbrechen.
Verls Spieler Berkan Taz, der schon bei Energie Cottbus und Union Berlin gespielt hat, bekam vor der Ausführung eines Eckballs eine Bierdusche aus dem Gästeblock ab. Hinzu kam, dass Gegenstände, unter anderem auch eine Glasflasche, auf den Platz geworfen wurden. Nach einer dreiminütigen Unterbrechung wurde das Spiel wieder aufgenommen.
Referee drohte mit Spielabbruch
Nach dem Wiederanpfiff sollte bei den mitgereisten Rostocker Fans das Hauptaugenmerk eigentlich auf dem Spiel ihrer Mannschaft liegen. FCH-Coach Daniel Brinkmann brachte nämlich zur zweiten Halbzeit drei neue Spieler und stellte sein Team offensiver ein. „Ich sagte ihnen in der Kabine, dass ich eine mutige Mannschaft sehen will und keinen Angsthasenfußball“, meinte er auf der Pressekonferenz nach dem Sieg. Das beherzigten sie auch: Edeljoker Christian Kinsombi erzielte den Ausgleich (54.), und nur vier Minuten später traf Teamkollege Emil Holten zur 2:1-Führung für die Rostocker.
Anstatt ihre Mannschaft zu einem dritten Tor anzufeuern, musste Referee Bacher die Partie in der 64. Minute ein weiteres Mal unterbrechen, da Hansa-Fans im Gästeblock zum wiederholten Mal ein Feuer entzündet hatten. Dabei rückten sogar Feuerwehrleute mit einem Feuerlöscher sowie die Polizei an. Nachdem der Schiedsrichter den Trainern beider Mannschaften unmissverständlich klargemacht hatte, dass das Spiel bei einem weiteren Vorfall abgebrochen werden würde, pfiff er die Partie nach acht Minuten wieder an.
Nachdem in der restlichen Spielzeit inklusive der 15-minütigen Nachspielzeit kein weiteres Tor mehr gefallen war, waren die wichtigen drei Auswärtspunkte eingetütet. Auch wenn sich Hansa-Coach Brinkmann mit der Mannschaft über den Sieg gegen den Konkurrenten im Aufstiegsrennen sehr gefreut hat, ordnete er das Fehlverhalten einiger Rostocker Fans als „richtig scheiße“ ein und meinte, dass es „nicht zu entschuldigen“ sei. Der FC Hansa muss nun damit rechnen, eine empfindliche Geldstrafe des DFB aufgebrummt zu bekommen. Das wäre nicht das erste Mal.
Der kommende Gast befindet sich im Aufwind
Abgesehen von dem unnötigen Ärger durch einige unbelehrbare Hansa-Fans sind die Rostocker im Kampf um den Aufstieg zurück im Rennen. Dank des Sieges in Verl haben sie nur vier Punkte Abstand zum Relegationsplatz, den aktuell der ostdeutsche Rivale FC Energie Cottbus einnimmt. Die Lausitzer haben am Dienstagabend zu Hause den TSV 1860 München mit 3:0 besiegt.
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Für weitere sportliche Schlagzeilen will Brinkmanns Mannschaft am kommenden Heimspieltag im heimischen Ostseestadion sorgen. Am Sonnabend ist der SSV Ulm zu Gast (11. April, 16.30 Uhr), der auf dem Papier klarer Außenseiter ist und den Hansa im Hinspiel Anfang November deutlich mit 5:0 besiegt hatte.
Die Spatzen bereiteten im März bereits den Cottbussern Probleme und rangen den Lausitzern im Energie Stadion einen Punkt ab (1:1). Zudem feierten sie Sonnabend gegen den SC Verl ebenfalls als klarer Außenseiter einen überraschenden 1:0-Heimsieg, und nach dem 1:1-Unentschieden am Mittwochabend beim VfB Stuttgart II macht sich der SSV wieder Hoffnungen auf den Klassenverbleib. Nun brennt Ulm darauf, seine Serie von drei ungeschlagenen Spielen in Folge in Rostock weiter auszubauen.
Folglich wird das Spiel für Hansa gegen die auf Rang 17 stehenden Gäste alles andere als einfach. „Wenn wir am Ende oben stehen wollen, dann müssen wir fast alle dieser Spiele gewinnen“, gab Brinkmann an. Bleibt zu hoffen, dass sich die Rostocker Fans diesmal zusammenreißen und sich die Szenerie hauptsächlich auf dem Rasen abspielt.
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