Wenn das Geld knapp wird, gibt es Dinge, bei denen viele Menschen zuerst den Rotstift ansetzen. Beim eigenen Haustier offenbar eher nicht. Für Bello, Mieze und die geliebte Bartagame soll es weiterhin das gewohnte Futter, die nötige Behandlung und möglichst wenig Verzicht geben.
Dafür sind Herrchen und Frauchen sogar bereit, an anderer Stelle kürzerzutreten. Zum Beispiel bei der eigenen Familie, den engsten Freunden – oder notfalls bei sich selbst.
Eltern sparen lieber beim eigenen Nachwuchs
Wie die aktuelle „Haustier-Finanz-Studie 2026“ des Onlineportals CouponFollow und des Marktforschungsunternehmens Appinio zeigt, haben Haustiere für ihre Besitzer allerhöchste Priorität. Wer angesichts der Inflation sparen muss, spart lieber an sich selbst, an Freunden, am Trinkgeld – und wenn es sein muss, geht es eben in den Dispo.
Hauptsache, Bello geht’s gut! Gerade einmal 2,3 Prozent der Haustierbesitzer würden dort als Allererstes den Rotstift ansetzen. Mehr als doppelt so viele (4,8 Prozent) nehmen dafür lieber Schulden in Kauf oder sparen bei Freundschaften (8,4 Prozent). Selbst Eltern würden eher beim eigenen Nachwuchs sparen, bevor sie bei ihrem Vierbeiner kürzertreten. Und auch in Paarbeziehungen ist schnell klar, wer im Zweifel den Kürzeren zieht. Kleiner Tipp: die Tiere sind es nicht.
Wie die Studie ergab, lebt mehr als jeder zweite Deutsche (54,7 Prozent) mit mindestens einem Haustier zusammen, weitere 14,1 Prozent würden liebend gerne eines haben. Für die repräsentative Umfrage wurden mehr als 2000 Deutsche befragt.
Fast ein Viertel der Berlinerinnen und Berliner gibt an, mehr als 100 Euro für Futter, Pflege, Zubehör und Tierarztbesuche auszugeben.
© Imago
Bundesweit wird für die tierischen Begleiter übrigens in Schleswig-Holstein am meisten ausgegeben. Fast 40 Prozent der Befragten zahlen dort mehr als 100 Euro im Monat, fast jeder Zehnte sogar mehr als 200 Euro. Nach Baden-Württemberg auf dem zweiten Platz folgt Berlin auf Rang drei: In der Hauptstadt gibt fast ein Viertel (23,2 Prozent) der Teilnehmer an, mehr als 100 Euro für Futter, Pflege, Zubehör und Tierarztbesuche auszugeben.
Doch woran würden Haustierbesitzer am ehesten sparen, damit es Vierbeinern und Co. weiterhin gut geht? Rund jeder zweite Tierhalter (51,7 Prozent) würde auf Restaurantbesuche und Take-away-Essen verzichten, bevor beim Haustier gespart wird – und das, obwohl die Deutschen laut einer Umfrage im laufenden Jahr etwa siebenmal im Monat auswärts essen gehen wollen.
Wer beim Lieferessen noch nicht genug eingespart hat, würde als Nächstes die Ausgaben für Kultur und Hobbys kürzen (47,6 Prozent), gefolgt von Kleidung und Schuhen (41,7 Prozent).
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Die Studie zeigt: Haustiere sind in Deutschland längst keine reine Lifestyle-Option mehr. Teilweise gehören sie offenbar sogar mehr zur Familie als so manches Familienmitglied. Trotz spürbar gestiegener Futterpreise und des allgemeinen Kostendrucks durch die Inflation sparen Tierhalter deshalb nicht zuerst beim Tier, sondern bei sich selbst und Menschen in ihrem Umfeld. Hauptsache, der Napf bleibt voll.
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