Sabotage

Angriffe aufs Stromnetz: „Vor vorschnellen Bewertungen hüten“

Nach Anschlägen auf Strommasten warnt der Chef des Parlamentarischen Kontrollgremiums Henrichmann vor voreiligen Schuldzuweisungen. Er rechnet mit weiteren Vorfällen.

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Marc Henrichmann (CDU)

Marc Henrichmann (CDU)

© Michael Kappeler/dpa

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages, Marc Henrichmann (CDU), sieht in den jüngsten Angriffen auf das Stromnetz in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen eine Serie gezielter Anschläge auf die Energieversorgung. Die Vorfälle in Bergheim und Jänschwalde binnen 24 Stunden seien „keine Einzelfälle mehr, das ist eine Serie von Angriffen gegen unsere Energieversorgung“, sagte Henrichmann dem Handelsblatt.

Zugleich mahnte er zu Zurückhaltung bei der Bewertung der Täterschaft. „Die Lehre aus Leipzig ist, dass wir uns vor vorschnellen Bewertungen hüten“, sagte Henrichmann der Rheinischen Post. Dort hätten die Ermittlungen Stück für Stück belastbare Fakten geliefert. Das Gleiche erwarte er nun in Jänschwalde und Bergheim.

Mehrere Täterprofile denkbar

Nach Einschätzung Henrichmanns kämen verschiedene Urheber in Betracht. „Das Muster passt sowohl zu Linksextremisten, die seit Jahren unsere Energieversorgung angreifen, als auch zu staatlich gelenkten Low-Level-Agenten, die unsere Gesellschaft destabilisieren wollen“, sagte er der Rheinischen Post. Der zeitliche Zusammenfall mit der Wahl in Sachsen-Anhalt sei zwar auffällig, tauge aber für sich genommen noch nicht als Beweis für die Urheberschaft.

Warnung vor weiteren Vorfällen

Henrichmann hält weitere Anschläge dieser Art für möglich. „Wer mit derart niedrigschwelligen Mitteln gezielt Kurzschlüsse und maximalen Schaden erzeugen kann, wird es wieder versuchen“, sagte er. Es brauche keine großen Sprengungen und kein aufwendiges Arsenal. „Ein gezielt herbeigeführter Kurzschluss an der richtigen Stelle reicht, um maximalen Schaden anzurichten.“ Er sehe „eiskaltes Kalkül mit niedrigschwelligen Mitteln“.

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Dass das Stromnetz bislang gehalten habe, sei kein Grund zur Entwarnung, sagte Henrichmann dem Handelsblatt, „sondern der Beweis, dass Resilienz mehr denn je hart erarbeitet werden muss“. Nur Klarheit über die Hintergründe ermögliche wirksamen Schutz. (mit dpa)

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