Wenn der Duft von frischem Gebäck durch die Straßen zieht und sich leuchtendes Orange im Berliner Herbst spiegelt, ist klar: Im Herzen Schönebergs wird am Wochenende des 3. und 4. Oktobers gefeiert. Das Schöneberger Kürbisfest gilt seit mittlerweile drei Generationen als fester Treffpunkt im Kiez. Hier kommt man zusammen, entspannt, plaudert, genießt und lässt die Seele baumeln. In den letzten zwei Jahren hat das traditionelle Herbstfest viele neue Fans gewonnen.
Zusätzlich zu den etablierten Kiez-Händlern präsentieren auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Verkäufer aus aller Welt ihre Waren. Wer gemütlich an den Ständen vorbeischlendert, entdeckt eine Vielfalt aus duftenden Tees, Kaffee, feinen Ölen, Kunsthandwerk und Schmuck. Viele Besucher nutzen die entspannte Atmosphäre rund um den verkaufsoffenen Sonntag abseits vom gewohnten Trubel, um bereits die ersten Geschenkideen für Weihnachten zu sammeln.
Kürbisse, so weit das Auge reicht.
© Annamarie Heller/Berliner Zeitung
Bunter Auftakt und Jahrmarkt-Klassiker
Gleich zu Beginn der Feststraße wird man farbenfroh empfangen: Am Anfang der Akazienstraße zieht ein großer, dicht bestückter Stand die Blicke auf sich. Hier stapeln sich Kürbisse in den unterschiedlichsten Formen, Größen und bunten Sorten, ergänzt durch passende Öle und Spezialitäten.
Weiter führt der Weg mit echtem Jahrmarkt-Charme. Die Auswahl reicht von handgearbeiteten Gebrauchsgegenständen wie kunstvoll bemalten Butterdosen und weichen, gestrickten Schals bis hin zu den kulinarischen Dauerbrennern. Der Duft von herzhaftem Lángos mischt sich mit der Süße frisch gebackener Crêpes – die Klassiker der Straßenküche haben sich lückenlos versammelt. Auch die Kleinsten kommen nicht zu kurz: In der eigens eingerichteten Kinderecke und beim Vergnügen im Riesenrad kommt echte Volksfeststimmung auf.
Endlich muss man nicht mehr nach München: London feiert eigenes Oktoberfest
Kulinarische Spurensuche rund um die Apostel-Paulus-Kirche
Wer gezielt nach dem namensgebenden Kürbis sucht, muss an manchen Stellen der Flaniermeile zwar etwas genauer hinschauen, wird dann aber belohnt. Neben herbstlichem Kürbis-Flammkuchen und einem Stand mit hausgemachten Kürbis-Gnocchi ist es vor allem die dampfende Kürbissuppe, die bei den kühleren Temperaturen für Begeisterung sorgt. Für moderate 5 bis 6 Euro bekommt man hier eine Schale frisch servierter Wärme gereicht.
Ein besonders idyllischer Platz zum Verweilen bietet der Bereich rund um die Apostel-Paulus-Kirche. Auf den aufgestellten Bänken lässt sich die Suppe genüsslich Löffel für Löffel im Schatten des Bauwerks verzehren. Direkt daneben erstreckt sich eine fast schon ausstellungsreife Vielfalt an Kürbisarten.
Die farbenfrohen Früchte stammen direkt vom regionalen Jakobs-Hof Beelitz und können vor Ort auch direkt für die heimische Deko oder Küche erworben werden. „Wir kommen jedes Jahr hierher nach Schöneberg“, erzählt eine Verkäuferin am Stand. „Einige Menschen reisen sogar extra für unser Kürbissortiment an. Den Rest des Jahres kann man die Sorten dann wieder direkt bei uns auf dem Hof in Beelitz bewundern und kaufen.“
Geselliges Miteinander an der Apostel-Paulus-Kirche
© Annamarie Heller/Berliner Zeitung
Ein Fest für jede Generation
Dass das Fest für alle Generationen etwas bietet, zeigt der Blick auf das Publikum. Während die Kinder beim Fahrgeschäft vergnügt ihre Runden drehen, nutzen die Eltern das Angebot der Weinstände, um regionale und internationale Sorten zu probieren. Abrunden lässt sich der Herbstnachmittag schließlich mit einer großen Portion Kaiserschmarrn – frisch ausgebacken und dick mit Puderzucker bestäubt.
Das Schöneberger Kürbisfest zeigt auch in diesem Jahr, wie herbstlicher Hochgenuss und nachbarschaftliches Miteinander mitten in Berlin zusammenkommen.
Oktoberfest-Looks 2026: Obert, Olise und Markus Söder im Trachten-Check
Von wegen out! Der Kürbis hat noch viel zu bieten
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]