Aussage

Clinton äußert sich zu Epstein – Ausschuss stoppt Anhörung nach Foto-Leak

Hillary Clinton sagt vor einem Kongressausschuss, sie erinnere sich nicht, Jeffrey Epstein begegnet zu sein. Ein veröffentlichtes Foto führte zur Unterbrechung der Anhörung.

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Hillary Clinton weist Vorwürfe im Epstein-Ausschuss zurück.

Hillary Clinton weist Vorwürfe im Epstein-Ausschuss zurück.

© Jim Lo Scalzo/dpa

Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton hat vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses erklärt, sie habe keine Informationen über die kriminellen Aktivitäten des toten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.

„Ich erinnere mich nicht, Herrn Epstein jemals begegnet zu sein. Ich bin nie in seinem Flugzeug geflogen und habe weder seine Insel noch seine Häuser oder Büros besucht. Dem habe ich nichts hinzuzufügen“, zitierte Reuters aus einer Erklärung Clintons an den Ausschuss für Aufsicht und Rechenschaftspflicht des Repräsentantenhauses. Laut Associated Press erklärte sie zudem: „Ich hatte keine Kenntnis von ihren kriminellen Aktivitäten.“

Die nicht öffentliche Befragung fand in Chappaqua im Bundesstaat New York statt. Clinton sollte dort eine eidesstattliche Aussage hinter verschlossenen Türen machen.

Hillary Clinton bringt Donald Trump ins Spiel

Clinton warf dem republikanisch geführten Ausschuss vor, von Verbindungen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump zu Epstein ablenken zu wollen. Epstein war 2019 leblos in einer Gefängniszelle gfunden worden. Offiziellen Angaben zufolge beging er Selbstmord, doch daran gibt es bis heuute Zweifel. Epstein hatte zu dem Zeitpunkt auf einen Prozess wegen bundesrechtlicher Anklagen im Zusammenhang mit Sexhandel gewartet.

Clinton und ihr Ehemann, der frühere US-Präsident Bill Clinton, hatten sich zunächst geweigert, auszusagen. Nachdem der Ausschuss ihnen mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses gedroht hatte, sagten sie ihre Mitwirkung zu. Bill Clinton soll am Freitag aussagen.

Der Vorsitzende des Ausschusses, der republikanische Abgeordnete James Comer, wies den Vorwurf parteipolitischer Motive zurück. „Im Moment beschuldigt niemand die Clintons eines Fehlverhaltens“, sagte er. Man wolle mögliche Kontakte zu Epstein, dessen Rolle bei wohltätigen Aktivitäten der Clintons sowie mögliche Beziehungen zu Epsteins Vertrauter Ghislaine Maxwell klären.

Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia forderte nach Angaben der Nachrichtenagenturen, auch Trump und Handelsminister Howard Lutnick sollten aussagen.

Unterbrechung nach Veröffentlichung eines Fotos

Während der Befragung wurde die Sitzung zeitweise unterbrochen, nachdem ein Foto aus dem Anhörungsraum veröffentlicht worden war. Der politische Kommentator Benny Johnson verbreitete auf der Plattform X ein Bild, das Clinton unter Eid vor dem Ausschuss zeigen soll. Er erklärte, das Foto stamme von der republikanischen Abgeordneten Lauren Boebert.

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Boebert bestätigte der BBC per Textnachricht, sie habe das Bild weitergegeben. „Alles gut“, schrieb sie dem Sender zufolge. Das Foto sei vor Beginn der eigentlichen Befragung aufgenommen worden. Ob damit Regeln verletzt worden seien, kommentierte sie nicht. Die Veröffentlichung führte laut BBC zu einer Pause der nicht öffentlichen Anhörung.

Epstein-Akten: Forderungen nach Transparenz

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, forderte das Justizministerium und die Bundespolizei FBI auf, Unterlagen zu den Ermittlungen gegen Epstein und mögliche Mitverschwörer zu sichern. „Wir wollen wissen, wer an der Entscheidung beteiligt war, die Wahrheit zu verbergen“, sagte Schumer nach Angaben der BBC. 

In den USA berichteten vor Kurzem Medien und demokratische Kongressabgeordnete, dass in der jüngsten Veröffentlichung der Epstein-Akten offenbar Dutzende Dokumente fehlen. Darunter sollen sich auch FBI-Vernehmungszusammenfassungen befinden, die Vorwürfe gegen Trump betreffen. Die Demokraten werfen dem Justizministerium vor, die Unterlagen seien illegal zurückgehalten worden, während die Behörde betont, nichts gelöscht zu haben und dass bestimmte Akten aus Gründen des Datenschutzes oder laufender Ermittlungen nicht öffentlich gemacht würden. Es ist derzeit unklar, ob die Lücken auf vorsätzliche Zurückhaltung oder auf formale Schwärzungen und technische Gründe zurückzuführen sind.

Das US-Justizministerium hat in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten zu Epstein veröffentlicht. Die Unterlagen betreffen Verbindungen Epsteins zu zahlreichen Wirtschafts- und Politikvertretern.

Epstein hatte vor allem Kontakte zu prominenten Persönlichkeiten gepflegt. Bill Clinton war nach seinem Ausscheiden aus dem Amt mehrfach mit Epsteins Flugzeug gereist. Er bestreitet ein Fehlverhalten und hat seine Kontakte im Nachhinein bedauert. Auch Trump bewegte sich nach früheren Berichten in Epsteins gesellschaftlichem Umfeld, bevor Epstein 2008 wegen der Anwerbung einer Minderjährigen zur Prostitution verurteilt wurde. Laut Comer belasten die bisherigen Erkenntnisse Trump nicht.

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