Friedrichshain

Hohe Miete zwingt Sidos Späti zur Schließung: „Können wir uns nicht mehr leisten“

Seit fünf Jahren betreibt Sido gemeinsam mit zwei Kollegen „Svenni’s Nachtshop“ nahe dem Ostkreuz. Doch der Späti muss bald schließen, wie der Rapper nun bekannt gab.

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Betreibt seit 2021 mit zwei Kollegen einen Späti in Friedrichshain: der Berliner Rapper Sido

Betreibt seit 2021 mit zwei Kollegen einen Späti in Friedrichshain: der Berliner Rapper Sido

© gbrci/Imago

Ein Rapper hinterm Späti-Tresen? Als Sido im Juni 2021 gemeinsam mit Rap-Kollege Bozza und Geschäftsführer Armin Bahari-Darakhshan seinen Späti „Svenni’s Nachtshop“ in der Nähe des Ostkreuzes eröffnete, war die Aufmerksamkeit groß.

Mitten in der Corona-Pandemie wollten die drei Unternehmer damals mehr als nur ein gewöhnliches Späti-Sortiment anbieten. Geplant waren auch eine Lounge und ein kleines Musikstudio. Selbst aus anderen Städten reisten Menschen zur Eröffnung an.

Nun, fünf Jahre später, muss der Nachtshop schließen.

Wird Sido einen weiteren Späti eröffnen?

Wie das Berliner Rap-Urgestein in der neuen Folge des Podcasts „Take Me Späti“ mit Sara Arslan erklärt, sei die Miete inzwischen zu hoch geworden. Bereits im kommenden Monat müsse „Svenni’s Nachtshop“ in der Bahnhofstraße in Friedrichshain schließen.

Demnach reichten die Einnahmen aus den Verkäufen nicht mehr aus, um die monatliche Miete von 6000 Euro zu stemmen.

„Früher waren es 4000“, betont der 45-jährige Rapper. Die höhere Miete „können wir uns nicht mehr leisten mit dem Blättchen-Verkauf“. Neben Bier, Zigaretten, Süßigkeiten und dem üblichen Späti-Bedarf gibt es dort auch zahlreiche Snacks aus den USA und Asien.

Im Podcast erklärt Sido auch, wie der Name des Rapper-Spätis zustande kam: „Das war einfach eine Zeit, in der wir uns alle gegenseitig Svenni genannt haben. Darum der Name.“

Auf die Frage der Podcasterin, ob er künftig einen neuen Späti eröffnen wolle, antwortet er kurz und knapp: „Nö.“

Sido ist dabei längst nicht der einzige Rapper, der den Berliner Späti für sich als Geschäftsmodell entdeckt hat. Besonders prominent ist MC Fitti, der Ende 2024 seinen „Superspäti“ in der Prenzlauer Allee in Prenzlauer Berg eröffnete. Auch dieser ist mittlerweile allerdings geschlossen.

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Der Musiker und Wahl-Friedrichshainer, der bereits vor Jahren mit seinem Song „Spätkauf“ der Berliner Späti-Kultur ein musikalisches Denkmal setzte, wollte dort mehr als Bier und Zigaretten verkaufen.

Neben dem klassischen Sortiment plante er eine Veranstaltungsfläche für Comedy-Abende, Partys und Lesungen. Auch Secondhand-Verkäufe und DJ-Auftritte gehörten zum Konzept.

In Prenzlauer Berg hat sich noch ein weiterer Rapper inzwischen den Traum vom eigenen Kiosk erfüllt: Lucky vom Berliner Rap-Kollektiv Teuterekordz eröffnete im Juni dieses Jahres „Lucky’s Spätkauf“ in der Danziger Straße.

Dort gibt es neben Bier, Mate und Zigaretten auch zahlreiche Sitzgelegenheiten vor dem Laden. Zur Eröffnung feierte der Musiker eine Party, seine Fans gratulierten ihm in den sozialen Netzwerken.

Und was tut sich im Westen Neues? Am Savignyplatz betreibt unter anderem der Berliner Rapper LockeNumma19 den Späti „Savigny World“. Ein paar halbwegs prominente Ausweichmöglichkeiten gibt es nach Sidos Späti-Aus also immerhin noch.


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