Der britische Ölkonzern Shell rechnet im dritten Quartal mit einer Raffineriemarge von 42 US-Dollar je Barrel – nach 24 Dollar im Vorquartal. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in einem Ausblick auf die Quartalszahlen mit, die am 29. Oktober vorgelegt werden sollen.
Die Nachrichtenagentur Reuters spricht von einem Rekordwert und führte den Anstieg auf das durch den anhaltenden Nahost-Konflikt verknappte Angebot an den Treibstoffmärkten zurück.
Die Raffineriemarge beschreibt vereinfacht die Spanne zwischen dem Wert der hergestellten Produkte und den Kosten des eingesetzten Rohöls. Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran Ende Februar waren die Preise für die Nordseesorte Brent stark gestiegen. Teheran hatte daraufhin die Straße von Hormus als wichtige Transportroute für fossile Energieträger faktisch gesperrt und mit den USA verbündete Nachbarstaaten am Golf angegriffen.
Mehr Gas durch Milliardenzukauf
Shell hob zugleich die Produktionsprognose für sein Gasgeschäft an. Erwartet würden nun 740.000 bis 780.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, nach zuvor 570.000 bis 630.000. Enthalten ist dabei die am 2. September abgeschlossene Übernahme des kanadischen Energieunternehmens ARC Resources für 16,4 Milliarden US-Dollar.
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Vor Beginn des Krieges hatte Shell in diesem Bereich mehr als 900.000 Barrel täglich gefördert. Die Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG) soll bei 7,2 bis 7,6 Millionen Tonnen liegen.
G7 greift auf Reserven zurück
Die Lage am Energiemarkt hat auch politische Folgen: Die G7-Staaten haben vergangene Woche beschlossen, Diesel- und Rohölbestände aus ihren strategischen Reserven freizugeben.
Klimaschützer und Verbraucherverbände werfen den Ölkonzernen vor, von der geopolitischen Lage zu profitieren, während die Menschen unter hohen Energie- und Spritpreisen litten. Die Shell-Aktie legte am Mittwochmorgen leicht zu, während der europäische Energiesektor insgesamt nachgab.
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