Erinnerungskultur

Holocaust-Überlebende Renate Aris spricht bei Finissage im Neuen Rathaus

Zum Abschluss der Ausstellung „70 Jahre Luxemburger Abkommen“ diskutieren am kommenden Montag unter anderem die Holocaust-Überlebende Renate Aris und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch im Dresdner Rathaus.

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Ausstellung im Rathaus: Im Neuen Rathaus endet am Montag die Schau zum Luxemburger Abkommen mit einem Podiumsgespräch.

Ausstellung im Rathaus: Im Neuen Rathaus endet am Montag die Schau zum Luxemburger Abkommen mit einem Podiumsgespräch.

© Dreamstime/imago

Dresden beendet die Ausstellung „70 Jahre Luxemburger Abkommen“ im Neuen Rathaus am kommenden Montag, 19. Oktober, mit einer Finissage und einem Podiumsgespräch. Das teilte die Landeshauptstadt Dresden mit. Beginn ist um 18 Uhr im Foyer Goldene Pforte am Rathausplatz 1, eine Anmeldung ist nicht nötig. Bis dahin ist die Schau noch an Werktagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Auf dem Podium sitzen die Holocaust-Überlebende Renate Aris, André Lang vom Verein Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof, Domokos Szabó vom Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Rona Sommer von der Claims Conference und Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch. Nach der Begrüßung durch Klepsch sprechen zum Auftakt Eva-Maria Meyer vom Bundesfinanzministerium und Christiane Reeh von der Claims Conference. Es moderiert Kurator Jens Hoppe, der im Anschluss ein letztes Mal durch die Ausstellung führt.

Renate Aris: Die Bombardierung Dresdens verhinderte ihre Deportation ins Ghetto Theresienstadt. Auch ihr Bruder und Vater überlebten.

Renate Aris: Die Bombardierung Dresdens verhinderte ihre Deportation ins Ghetto Theresienstadt. Auch ihr Bruder und Vater überlebten.

© Heartel/imago

Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, die Formen der „Wiedergutmachung“ und die Frage, wie Erinnerung künftig aussehen soll. Für Dresden geht es dabei vor allem um den Alten Leipziger Bahnhof, der zwischen 1942 und 1945 Ausgangspunkt und Zwischenstation von Deportationen war. Klepsch erklärte, das Luxemburger Abkommen sei ein historischer Schritt gewesen, mit dem Deutschland Verantwortung für die Verbrechen der NS-Diktatur übernommen habe. Diese Verantwortung ende nicht mit einem Abkommen. Der Alte Leipziger Bahnhof solle deshalb als Gedenkort mit Bildungs- und Begegnungszentrum saniert werden. Laut Tacheles, dem Jahr der jüdischen Kultur Sachsen 2026, beschloss der Stadtrat am 29. Januar mit knapper Mehrheit, das Projekt weiter zu unterstützen. Das Gelände gehört demnach bislang nicht der Stadt.

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Die 2022 erstmals gezeigte Wanderausstellung des Bundesfinanzministeriums und der Claims Conference informiert auf neun von innen beleuchteten Würfeln über die Geschichte jüdischer materieller Ansprüche nach der Shoah. Im September 1952 hatten die Bundesrepublik, Israel und die Claims Conference in Luxemburg mehrere Abkommen zur Entschädigung nationalsozialistischen Unrechts geschlossen. Die Schau gehört zum Programm von Tacheles.

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