Der Iran wird die Straße von Hormus nach Angaben von Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erst wieder öffnen, wenn die USA sieben Bedingungen aus einem im Juni geschlossenen Zwischenabkommen erfüllen. Das sagte Ghalibaf, zugleich oberster Verhandlungsführer Teherans, am Sonntag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.
Die Position der Islamischen Republik sei „völlig klar und endgültig“, wurde er zitiert. Washington müsse begreifen, dass die Zeit des Hinauszögerns und einseitiger Forderungen vorbei sei. Zugleich kündigte Ghalibaf eine Doppelstrategie an: Man werde „sowohl kämpfen als auch verhandeln.“
Katar vermittelt zwischen Washington und Teheran
Teheran hatte während der UN-Generalversammlung vorgeschlagen, die Meerenge innerhalb von sieben Tagen wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen – vorausgesetzt, Washington erfüllt zuvor die iranischen Bedingungen.
Zu den Forderungen zählen laut dpa das Ende der Seeblockade iranischer Häfen, die Aufhebung des Ölexportverbots, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögen, die Aufhebung aller Sanktionen sowie ein Stopp aller Militäraktionen gegen den Iran und seine Verbündeten, etwa die Hisbollah im Libanon.
Zudem soll der Iran angeboten haben, seinen Bestand an auf 60 Prozent angereichertem Uran zu verdünnen und unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde an einen Drittstaat zu übergeben.
Nach iranischen Angaben antwortete die US-Regierung vergangene Woche über katarische Vermittler. Laut Reuters sagte Teherans Außenamtssprecher Esmail Baghaei, die amerikanischen Vorschläge entsprächen weitgehend früheren Positionen, insbesondere zum Atomprogramm. Der Iran konzentriere sich in dieser Phase jedoch auf die Straße von Hormus.
Trump droht mit „hartem Weg“
US-Präsident Donald Trump kündigte am Samstag eine baldige Entscheidung über den weiteren Kurs gegenüber dem Iran an. „Iran ist dezimiert worden, die einzige Frage ist, ob es der einfache oder der harte Weg wird“, sagte Trump laut dem Exilmedium Iran International vor Reportern. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, das Pentagon halte sich alle Optionen offen.
Außenminister Abbas Araghtschi warnte am Sonntag vor ausländischen Diplomaten in Teheran, der Iran sei auf eine militärische Antwort vorbereitet. „Sollten sie sich erneut für militärische Lösungen entscheiden, sind wir besser vorbereitet als zuvor“, sagte er laut Reuters. Armeesprecher Mohammad Akraminia kündigte eine Erhöhung der Reichweite iranischer Raketen an.
Die Meerenge am Persischen Golf ist einer der wichtigsten Seewege für den weltweiten Öl- und Gashandel. Vor Kriegsbeginn Ende Februar wurde dort rund ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssiggasaufkommens transportiert.
Bericht: Trump lehnt iranischen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus ab
„Der Feind ist gezwungen“: Iran stellt neue Bedingungen für Straße von Hormus
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