Nahost

Huthis fliegen neue Angriffswelle – trotz Mekka-Verteidigungspakt am Golf

Die Huthis treffen mit neuen Angriffen den Hafen Mokha und eine Saudi-Raffinerie. Sieben Tote meldet das Militär. Das neue Mekka-Abkommen steht auf dem Prüfstand.

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Houthis feuern am 9. August 2026 eine Rakete auf Ziele im Hafen von Mokha im Westen Jemens.

Houthis feuern am 9. August 2026 eine Rakete auf Ziele im Hafen von Mokha im Westen Jemens.

© Ansarullah Media Centre/AFP

Die jemenitische Huthi-Miliz hat den Hafen Mokha am Roten Meer mit ballistischen Raketen und Drohnen beschossen. Der Huthi-Angriff auf den Hafen erfolgte am späten Sonntagabend – nur Stunden nach einer früheren Angriffswelle, bei der laut jemenitischem Militär sieben Menschen getötet und 30 verletzt wurden. Auch auf Saudi-Arabien flog die Huthi-Miliz am Wochenende Angriffe.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu trafen die jüngsten Schläge Wohngebiete, die Luftabwehr fing mehrere Drohnen ab. Unmittelbare Opfer- oder Schadensmeldungen lagen zunächst nicht vor.

Die Eskalation fällt in eine besonders angespannte Phase: Nur zwei Tage zuvor hatten Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan einen neuen Verteidigungspakt unterzeichnet.

Sieben Tote bei der früheren Angriffswelle

Bei den Angriffen am Sonntagnachmittag wurden nach Angaben des jemenitischen Militärsprechers Oberst Majed al-Nuzayli vier Soldaten und drei Zivilisten getötet. 30 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Zivilisten.

Getroffen wurden laut Militär Wohnviertel, Häuser, Infrastruktur, Anlagen zur Stromerzeugung sowie militärische Stellungen. Das Militär sprach von einem klaren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.

Die Regierungstruppen schossen nach eigenen Angaben elf Huthi-Drohnen über der Stadt ab. Al-Nuzayli sagte, die meisten Verletzten hätten nach der Behandlung wieder entlassen werden können. Er kündigte an, die jemenitischen Streitkräfte würden auf solche Angriffe reagieren.

Huthis nennen saudische Ziele als Grund

Die Huthis übernahmen die Verantwortung für den früheren Angriff. Militärsprecher Yahya Saree erklärte laut Reuters, ballistische Raketen und Drohnen hätten saudische Truppenkonzentrationen und Waffenlager im Raum Mokha getroffen.

Als Begründung nannten die mit dem Iran verbündeten Huthis einen angeblichen anhaltenden saudischen Militäraufbau, darunter die Verstärkung verbündeter Truppen entlang der jemenitischen Westküste und in der Provinz Taiz. Das Huthi-nahe Ratsmitglied Hizam al-Assad behauptete zudem, andauernde Explosionen und Rauchsäulen am Hafen gingen auf dort gelagerte Waffen zurück.

Angriff auch auf saudische Raffinerie Jazan

Der Beschuss beschränkte sich nicht auf Jemen. Nach eigenen Angaben griffen die Huthis auch die Raffinerie Jazan des saudischen Konzerns Aramco an. Laut dem auf X veröffentlichten Beitrag von Saree kam eine Drohne zum Einsatz.

Das saudische Energieministerium bestätigte einen Brand, der später gelöscht worden sei – ohne Verletzte und ohne Angabe einer Ursache. Die Anlage verarbeitet 400.000 Barrel Rohöl pro Tag.

Vergangenen Monat hatten die Huthis eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer verkündet. Sie begründeten dies mit einer angeblichen saudischen Belagerung, was Riad zurückweist.

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Was der neue Mekka-Verteidigungspakt beinhaltet

Das am Freitag verkündete Bündnis zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan gilt als Reaktion auf die wachsende regionale Instabilität infolge des US-israelischen Kriegs gegen Iran. Das Mekka-Abkommen sieht vor, dass ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten als Angriff auf alle gewertet wird.

Unklar blieb laut Reuters, ob und wie sich die Türkei oder Pakistan an einer möglichen saudischen Antwort auf die jüngsten Angriffe beteiligen würden. Der türkische Außenminister Hakan Fidan sagte am Freitag, das Bündnis richte sich nicht gegen Iran oder ein anderes Land.

Mokha liegt nahe der Meerenge Bab al-Mandab, die das südliche Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Bei einer Sperrung dieser Route fehlte Saudi-Arabien eine Alternative zur Straße von Hormus.

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