Verbraucher

Hygienemängel bei Kaufland: Diese Berliner Filiale wurde kontrolliert

Durch eine Recherche von Team Wallraff und dem Stern wurden teils eklatante Mängel bei der Supermarktkette bekannt. Auch eine Filiale in Berlin gehörte zu den 50 untersuchten Märkten in Deutschland.

3 Min
Gegen Kaufland gibt es derzeit Vorwürfe wegen Hygienemängeln.

Gegen Kaufland gibt es derzeit Vorwürfe wegen Hygienemängeln.

© Oliver Berg/dpa

Die Supermarktkette Kaufland steht derzeit in der Kritik. Eine Recherche von Team Wallraff und dem Stern ergab, dass insgesamt 50 Kaufland-Filialen kontrolliert worden waren. In 48 von 50 überprüften Filialen sind offenbar demnach Hinweise auf Missstände gefunden worden, die nach Einschätzung von Experten gesundheitsgefährdend sein können.

Bei Kaufland waren den Berichten zufolge in einer Filiale Mindesthaltbarkeitsdaten manipuliert worden und Mäuse- sowie Schimmelbefall gefunden worden.  

Informationen des Tagesspiegel zufolge ist auch eine Berliner Filiale von stern und RTL kontrolliert worden – die Filiale in der Ollenhauerstraße in Reinickendorf ist einer der größten Supermärkte Berlins.

Hygienemängel bei Kaufland: Fünf-Punkte-Plan nach Vorwürfen

Die Zustände sollen in Reinickendorf zwar weniger schlimm gewesen sein als in anderen Filialen, aber auch nicht tadellos. Die Geschäftsleitung des Kauflands in Reinickendorf äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.

Konkrete Filialen, in denen gravierende Hygienemängel existieren sollen, wurden bereits in der Recherche vom Stern benannt. Dabei handelte es sich um Filialen im oberbayerischen Bad Tölz und im saarländischen Homburg. Kaufland tauschte nach den Medienberichten die Führungsetage von einigen Märkten aus.

In den sozialen Medien veröffentlichte Kaufland auch ein Statement. In diesem rätselt die Kette, wie es überhaupt zu den gezeigten Mängeln kommen konnte. „Wenn es um Sauberkeit und Hygiene geht, haben wir sehr strenge Regeln und klare Kontrollen. Warum diese in den gezeigten Fällen nicht gegriffen haben, prüfen wir sehr sorgfältig.“

Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Kaufland auf die Vorfälle, die derzeit in der Berichterstattung thematisiert werden, reagieren. Dazu gehören „jedes Jahr eine halbe Milliarde Investment in neue Kühlmöbel, Grundreinigung aller Filialen, Einsatz externer Institute zur Qualitätssicherung, grundlegende Sanierung in Homburg und neues Führungsteam in Bad Tölz“. Auch die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter stehe im Fokus. Für alle Filialkräfte vor Ort liefen derzeit Schulungen für Frische und Hygiene.

Die Anwälte von Kaufland schreiben der Berliner Zeitung: „Es ist schlicht falsch, dass stern und RTL in mehreren Filialen Mausebefall entdeckt hätten. Stern und RTL beziehen sich auf eine Filiale. Auch haben stern und RTL nicht Manipulationen von Mindesthaltbarkeitsdaten in mehreren Filialen behauptet, sondern ebenso lediglich hinsichtlich einer Filiale.“

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In einer früheren Version dieser Meldung hatte gestanden, in 50 Filialen seien Hygienemängel gefunden worden und eine Berliner Filiale sei betroffen. Richtig ist, dass eine Berliner Filiale nur kontrolliert wurde. Ebenso stand in einer früheren Version des Artikels, dass in mehreren Filialen in Deutschland Mäusebefall und Manipulationen des Haltbarkeitsdatums entdeckt wurden. Mäusebefall und Manipulationen wurden aber nur in einer Filiale entdeckt. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.  

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