Mit einer spektakulären Lichtaktion am Karl-Marx-Monument haben Gewerkschafter der IG Metall am Samstagabend – im Rahmen des „Light our Vision“-Festivals in Chemnitz – eine leuchtende Botschaft vor allem an den VW-Vorstand gesandt. Die IG Metall fordert neue Technologien und sichere Jobs in der Automobilbranche in Sachsen.
Unter dem Motto „Jetzt reicht's!“ wurde die Lichtinstallation am „Nischel“ von rund 100 Vertrauensleuten der Gewerkschaft umgesetzt. Die Branche als prägendes Kulturmerkmal in der Region sei bedroht, sagte der erste Bevollmächtigte der IG Metall Chemnitz, Eddie Kruppa. Es gelte, neue Produkte, Technologien und Beschäftigungsperspektiven in der Region zu verankern. Es gehe um Fragen der Standortauslastung, Restrukturierungen, Investitionen und die Sicherung zukünftiger Wertschöpfung.
Die Aktion war ein abschließender, wenn auch nicht ursprünglich erwartbarer Bestandteil des Festivals „Light Our Vision“, das mit Lichtkunst Impulse für die Stadtentwicklung in Chemnitz setzen wollte. Seit Donnerstag wurden diese Lichtideen umgesetzt. Dazu nahm man sich dieses Jahr dem Thema Leerstand an – mit einem markanten DDR-Bau im Herzen von Chemnitz, nämlich dem mittlerweile ungenutzten Congress-Hotel, das in den vergangenen Jahren als Dorint-Hotel die Gäste anlockte.
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Congress-Hotel stand im Mittelpunkt des Lichterfestivals
Mit seinen fast 100 Meter in die Höhe zählt der Beherbergungsbetrieb zu den markantesten Gebäuden der Stadt. Zumindest äußerlich wurde es nun beim Lichtkunstfestival neu zum Leben erweckt. Das einstige Vorzeige-Hotel steht seit Jahresbeginn leer und harrt einer neuen Nutzung. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) hatte im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt, dass man Gespräche mit potenziellen neuen Nutzern führe, aber nach wie vor auch gute Ideen gefragt seien.
Das markante Congress-Hotel ragt im Zentrum von Chemnitz neben dem Karl-Marx-Monument in die Höhe. Das knapp 97 Meter hohe Hotel prägt das Stadtbild seit 1974. Seit Jahresbeginn steht es leer.
© Hendrik Schmidt/dpa
Es gehe darum, mit solchen Wunden im Stadtbild kreativ umzugehen, ergänzte Linda Hüttner vom Verein Baukultur für Chemnitz. Der Verein richtete das Festival, unterstützt von der kommunalen Veranstaltungsagentur C3, aus. Interaktiv wurde Lichtkunst an die Fassade projiziert, die von den Besuchern selbst gesteuert werden konnte. Dabei wurde auf Klassiker aus der Welt der Computerspiele zurückgegriffen. Auch andere Orte in der Innenstadt warteten mit Lichtkunst auf.
So gab es ein Lichterlabyrinth in Zusammenarbeit mit der Mozart-Gesellschaft auf dem Jakobikirchplatz und eine Lasershow auf dem Düsseldorfer Platz. Im Vergleich zu ähnlichen Angeboten in anderen Städten sei besonders, dass gezielt Themen der Stadtentwicklung aufgegriffen würden – auch unbequeme, wie es Bürgermeister Schulze ausdrückte. Schulze wollte damit auch schon einen Blick auf die nächstes Jahr geplante „Unseen Biennale“ als Nachfolgeprojekt des Kulturhauptstadtjahres 2025 werfen. (mit dpa)
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