Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau hat ein Konzept für ein flexibleres Rentenmodell vorgelegt. Statt eines einheitlichen, gesetzlich festgelegten Renteneintrittsalters sollen Versicherte künftig selbst entscheiden können, wann sie in den Ruhestand gehen.
„Die Fixierung auf starre Altersgrenzen führt in eine Sackgasse“, sagte Kammerpräsident Sascha Gläßer. Neben mehr Flexibilität brauche es auch eine ehrlichere Diskussion über die Folgen rentenpolitischer Entscheidungen.
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Das von der IHK vorgestellte „Hallesche Wahlrentenmodell“ sieht vor, dass die Entscheidung über den Renteneintritt im Laufe des Erwerbslebens angepasst werden kann. Wer früher in Rente gehen möchte, müsste nach dem Konzept höhere Beiträge zahlen. Wer länger arbeitet, würde dagegen entlastet. Am Prinzip der Umlagefinanzierung soll dabei festgehalten werden.
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Entlastung künftiger Beitragszahler
„Ziel ist es, individuelle Wahlfreiheit mit finanzieller Verantwortung zu verbinden und die gesetzliche Rentenversicherung langfristig stabil zu halten“, teilte die Kammer mit. Durch die unmittelbare Kopplung von Entscheidung und Beitragshöhe sollen künftige Beitragszahler nicht länger einseitig belastet werden.
Vorgesehen seien zudem Ausgleichsmechanismen, unter anderem für Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen. Das Modell solle einen Impuls für eine langfristig tragfähige und gesellschaftlich akzeptierte Ausgestaltung der gesetzlichen Rentenversicherung geben, hieß es weiter.
Mit dem Vorstoß will sich die IHK in die laufende Diskussion über die Rentenpolitik einbringen. Die schwarz-rote Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) plant, bis zur Sommerpause im Bundestag ein größeres Reformpaket auf den Weg zu bringen. Dabei geht es auch um zentrale Themen wie Rente und Steuern. Gewerkschaften und Sozialverbände warnen in diesem Zusammenhang vor einem Abbau des Sozialstaats.
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