Ein 20-jähriger Deutscher ist nach einem 14-stündigen Rettungseinsatz in den österreichischen Alpen gerettet worden. „Drei junge deutsche Bergsteiger stiegen am Samstagnachmittag trotz eindringlicher Warnung einer weiteren Bergsteigerin und einer ausgesprochen schlechten Wetterprognose viel zu spät in den Klettersteig Königsjodler (Hochkönigmassiv) ein“, teilte die Bergrettung mit.
Auf rund 2600 Metern Höhe kam einer der drei Deutschen im Bereich eines Notausstiegs nicht mehr weiter, hieß es. Nach Angaben der Bergrettung setzte er gegen 19 Uhr einen Notruf ab. Seine Begleiter stiegen dennoch weiter auf und erreichten noch in der Nacht das laut Bergrettung bereits geschlossene Matrashaus, eine Schutzhütte in 2941 Metern Höhe.
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Schwierige Rettungsbedingungen
Ein Rettungshubschrauber konnte wegen der Wetterbedingungen nicht zu dem Bergsteiger fliegen. Der Abstieg gestaltete sich laut Mitteilung schwierig. Der Weg war demnach vereist und nur mit Steigeisen begehbar. Während des Einsatzes setzte zudem starker Schneefall ein. Rund 20 Zentimeter Neuschnee erschwerten die Orientierung.
Der Einsatz- und Ortsstellenleiter von Mühlbach, Wolfgang Haggenmüller, erklärte laut Mitteilung, er habe gemeinsam mit dem Bezirksleiter der Bergrettung ständigen telefonischen Kontakt zu dem erschöpften und unterkühlten 20-Jährigen gehalten.
„Es herrschte Absturzgefahr“
„Der in Not geratene Deutsche, der von seinen Begleitern zurückgelassen wurde, konnte von den elf im Einsatz stehenden Bergrettern erst kurz vor Mitternacht erreicht werden“, heißt es in der Mitteilung.
„Es herrschte Absturzgefahr, die Wegfindung war sehr schwierig“, sagte Haggenmüller. Auch Schneerutsche gingen demnach im steilen Gelände ab. Für den Abstieg durch den Tiefschnee wurde der Bergsteiger angeseilt. Erst um 8.18 Uhr kam die Gruppe bei dichtem Schneetreiben und schlechter Sicht an der Erichhütte an, so Haggenmüller. Der Einsatz dauerte laut Bergrettung 14 Stunden.
Der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser, betonte, dass der 20-Jährige eine weitere Nacht unter diesen Bedingungen vermutlich nicht überlebt hätte. Der Einsatz zeige, wie schnell Selbstüberschätzung, die Missachtung von Warnungen und eine falsche Tourenplanung zu einer lebensbedrohlichen Situation führen könnten, sagte er. Laut Mitteilung ermittelt nun die Alpinpolizei zu dem Einsatz.
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