Bei einem russischen Luftangriff auf den Ort Komyschuwacha in der ukrainischen Region Saporischschja sind nach Angaben des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens 18 Menschen getötet worden. Fünf weitere Menschen seien verletzt worden, schrieb er auf X. Später erklärte er in seiner Abendansprache, es seien 26 Tote gemeldet worden.
„Seit heute Morgen wurde die Ortschaft mehrfach von Luftbomben getroffen“, so Selenskyj. Die Angriffe hätten sich gegen eine Schule gerichtet, die für humanitäre Hilfe genutzt wird. Nach dem ersten Angriff seien neun weitere Bomben auf einen Schutzraum abgeworfen worden, in dem Menschen Zuflucht gesucht hätten.
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Selenskyj: Gebäude regelmäßig für humanitäre Hilfe genutzt
Komyschuwacha liegt etwa 25 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja und gut ein Dutzend Kilometer von der Frontlinie entfernt, wie die dpa berichtet. Die frontnahe Region ist seit Monaten immer wieder Ziel schwerer russischer Luftangriffe. Die Lage vor Ort sei äußerst schwierig, erklärte der ukrainische Präsident. Die Rettungsarbeiten dauerten an.
Selenskyj zufolge war das betroffene Gebäude regelmäßig Anlaufstelle für die verbliebene Bevölkerung. Dort hätten die Bewohner jede Woche humanitäre Hilfe erhalten. Russland könne dies nicht unbekannt gewesen sein, schrieb er. Der Präsident warf Moskau vor, kein Interesse an einer Deeskalation zu haben.
„Nach der humanitären Aktion in Oleschky gab es einen Moment, in dem die nächsten Schritte hätten zeigen können, dass Fortschritte in Richtung Frieden möglich sind“, schrieb Selenskyj weiter. Doch nun habe Russland ein entgegengesetztes Signal gesetzt.
Seltene Waffenruhe in Cherson ausgelaufen
Am Sonntag war eine sechstägige Feuerpause in der südukrainischen Region Cherson ausgelaufen. Sie war am 27. Oktober in Kraft getreten und sollte eine Evakuierungsaktion aus dem von Russland besetzten Ort Oleschky ermöglichen. Nach Angaben der US-Regierung wurde die Vereinbarung von US-Präsidentengattin Melania Trump vermittelt. Knapp 800 Menschen konnten nach ihren Angaben während der Feuerpause in Sicherheit gebracht werden, wie Reuters berichtet.
Der ukrainische Generalstab warf Russland laut Reuters jedoch vor, die Kampfpause zur militärischen Verstärkung genutzt zu haben. Russische Truppen hätten ihre Einheiten ausgetauscht und Verteidigungsstellungen sowie die Logistik an der Front verbessert. Die ukrainischen Streitkräfte hätten sich an die vereinbarten Bedingungen gehalten, hieß es demnach in einer Mitteilung auf X.
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Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte Reuters zufolge, er habe keine konkreten Informationen über Truppenbewegungen. Anpassungen der eigenen Positionen während einer Feuerpause seien jedoch „gängige Praxis“. Es sei aus seiner Sicht davon auszugehen, dass auch die Ukraine entsprechend gehandelt habe.
Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinets erklärte am Montag laut Reuters, beide Seiten hätten ihre Verpflichtungen im Rahmen der humanitären Operation eingehalten. Lubinets und seine russische Amtskollegin Jana Lantratowa wollten Melania Trump zudem um Unterstützung für weitere Evakuierungsaktionen in anderen vom Krieg betroffenen Gebieten bitten, sagte er.
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