In den Wohngebietszentren stehen viele Läden leer

Schlechte Lage und zu wenig Branchenmix

Birgitt Eltzel
2 Min

In der Gaststätte "Zu den Eichen" im gleichnamigen Einkaufszentrum an der Wittenberger Straße wird schon seit langem nicht mehr für Gäste gekocht; der Schuhladen im "Tal Center" an der Oberweißbacher Straße macht dicht, und in den "Ahrensfelder Passagen" am S-Bahnhof Ahrensfelde sind von 14 Geschäften nur noch vier belegt. 44 Läden und 19 Gaststätten schlossen im vergangenen Jahr in Marzahn. Die meisten von ihnen befinden sich in den nach der Wende gebauten Centern. In den Marzahner Wohngebietszentren widerspiegelt sich nach Einschätzung von Wirtschaftsstadtrat Harald Paul (SPD) die angespannte Situation im Berliner Einzelhandel.Kooperation in Marzahn-Nord Die Wohngebietszentren leiden unter architektonischen Nachteilen: schwere Zugänglichkeit, zu wenig Parkflächen, unzureichender Wetterschutz und versteckte Standorte. Zu diesem Schluss kommt die Abteilung Wirtschaft des Bezirksamtes in ihrer Analyse. Defizite gibt es an öffentlichen Angeboten. Bemängelt werden zu kurze Öffnungszeiten. Der Branchenmix gilt als nicht ausreichend.Jetzt gibt es erste Bestrebungen, die Wettbewerbsfähigkeit der Zentren zu verbessern. In Marzahn Nord-West kooperieren inzwischen drei Nahversorger die "Plaza Marzahn", das "Tal Center" und das "Carreé Marzahn" mit dem Quartiersmanagement, der Wirtschaftsförderung und weiteren Partnern. Erik Schrader, Manager im "Carreé Marzahn" begrüßt die Kooperation. "Man tauscht sich jetzt mehr aus", sagt er. Auch die Angebote von Vereinen seien hilfreich. Zu Weihnachten habe beispielsweise das Mädchenzentrum an vier Wochenenden Basteleien und Spiele für die Kinder im Center veranstaltet. "Das fand Anklang", sagt er. Für Ostern seien im "Carreé" Aktionen mit Marzahner Sportvereinen geplant.Große Sorge bereitet den Einzelhändlern das geplante ECE-Center an der Marzahner Promenade. Dort sollen bis zum Jahr 2002 etwa 90 bis 100 Geschäfte mit insgesamt rund 30 000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. In einem offenen Brief haben die Manager von "Tal Center", "Carreé" und "Plaza" die Bezirksverordnetenversammlung darum gebeten, sich bei dem Projekt für Rahmenbedingungen einzusetzen, die dazu beitragen, die Wohngebietszentren nicht zu ruinieren. "In dem Neubau sollten vor allem Qualitätsbekleidung, Elektronik und andere hochwertige Waren geboten werden, aber keine regionale Nahversorgung", sagt Schrader. Ein kürzlich gebildeter BVV-Sonderausschuss "Marzahner Promenade" will sich künftig auch dieser Frage widmen.

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