Intellektuelle schreiben Brief an Christina Weiss

Wiepersdorf droht Schließung

Susanne Rost
2 Min

Zahlreiche Intellektuelle fordern in einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Christina Weiss und an Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), das von Schließung bedrohte Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf in Brandenburg zu erhalten. Unter den 300 Unterzeichnern sind Christa Wolf, Martin Walser, Günter Grass und Sarah Kirsch. Das Künstlerhaus im einstigen Anwesen von Bettina und Achim von Arnim ist gefährdet, weil sich sein Träger, die Stiftung Kulturfonds, in Liquidation befindet. Die Stiftung - Rechtsnachfolgerin des Kulturfonds der DDR - wird aufgelöst, weil Sachsen-Anhalt und Thüringen den Verbund verlassen wollen und ihren Stammkapital-Anteil von 16 Millionen Euro zurückfordern. Zuvor war schon Sachsen ausgeschieden. Ohne dieses Geld sei die Stiftung nicht arbeitsfähig, sagt Dietger Pforte, ihr bisheriger Geschäftsführer und derzeitiger Liquidator. Für den Betrieb in Wiepersdorf seien jährlich 800 000 Euro nötig. Brandenburgs Regierung sehe sich nicht in der Lage, diese Summe komplett zu übernehmen."Wenn sich bis Juni kein neuer Betreiber findet, muss Wiepersdorf zum Jahresende geschlossen werden", sagte Birgit Albrecht, die stellvertretende Leiterin von Deutschlands ältestem Künstlerhaus, das schon in der DDR genutzt wurde. Derzeit arbeiten dort jährlich 60 Stipendiaten. "In den zwölf Jahren seiner Nachwende-Existenz hat sich das Haus als wichtiger Drehpunkt zwischen Ost und West etabliert; für unzählige Künstler ist es zu einer wichtigen Lebensstation geworden", heißt es in dem Brief. (ost.)

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