Wie ernst die Lage bei Volkswagen tatsächlich ist, zeigt eine interne Erhebung. Nach Recherchen des manager magazins wurden Vorstände und Aufsichtsräte des Konzerns anonym zu ihrer Einschätzung des Unternehmens befragt. Die Umfrage sollte den internen Zusammenhalt der obersten Führungsebene messen.
Die Ergebnisse fallen laut dem Wirtschaftsmagazin deutlich aus: Sechs der neun befragten Vorstandsmitglieder hätten Volkswagen als existenzgefährdet eingestuft. Drei weitere bewerteten die Lage als angespannt. Die Antwortmöglichkeit „unkritisch“ wählte den Angaben zufolge niemand.
Schlechte Quartalszahlen verschärfen die Lage
Auch in der Frage nach der künftigen Ausrichtung herrscht offenbar Einigkeit an der Spitze: Alle neun befragten Vorstände sprachen sich dem Bericht zufolge anonym für einen radikalen Strategiewechsel aus. Besonders kritisch fiel die Bewertung der Geschäfte in China und Nordamerika aus, zwei für den Konzern zentralen Märkten.
Die schonungslose Selbsteinschätzung trifft Europas größten Autobauer in einer ohnehin schwierigen Phase. Erst kürzlich hatten die Konzernmarken schwache Quartalszahlen vorgelegt. Der Gewinn brach im ersten Quartal um 28 Prozent ein.
Bemerkenswert ist, dass die kritische Einschätzung nicht von externen Beratern oder Branchenanalysten stammt, sondern aus dem Inneren des Unternehmens selbst.
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