Wie können sich Unternehmen wirksam gegen Cyberangriffe schützen und sich auf den Ernstfall vorbereiten? Und welche neuen Anforderungen kommen auf die Betriebe zu?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich am 2. September der 6. IT-Security-Day in der Industrie- und Handelskammer Erfurt. Die Veranstaltung war einmal mehr ausgebucht, brachte Unternehmen, IT-Sicherheitsexperten, Sicherheitsbehörden und viele weitere Partner zusammen, um über aktuelle Bedrohungen und konkrete Schutzmaßnahmen zu informieren.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung mit dem Motto „Cyber-Schutz für Thüringer Unternehmen – Resilienz beginnt mit Sicherheit“ standen aktuelle Herausforderungen gerade für kleine und mittlere Unternehmen. Themen wie IT-Notfallplanung und Backup-Strategien, Schutz vor Phishing und Account-Übernahmen, Anforderungen durch NIS-2, digitale Souveränität sowie der sichere Einsatz Künstlicher Intelligenz spielen dabei eine zentrale Rolle, so ein IHK-Sprecher.
Der Hacker Kevin Wennemuth, Referent von gofore, gab in seinem kurzweiligen Vortrag „Hoffnung ist keine Strategie“ spannende Einblicke in die Perspektive potenzieller Angreifer. Anschließend konnten die Teilnehmer in drei aufeinanderfolgenden Runden an Thementischen eigene Schwerpunkte setzen, Fragen mit Experten diskutieren und konkrete Lösungsansätze für ihre Unternehmen mitnehmen.
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LKA Thüringen mit Erfahrungsbericht
Hinzu kamen alarmierende Einblicke des Landeskriminalamtes Thüringen in aktuelle Cybercrime-Trends und ein Erfahrungsbericht über die ersten 72 Stunden nach einem realen Cybervorfall. „Cybersicherheit ist längst nicht mehr allein eine technische Aufgabe der IT-Abteilung, sondern ein Punkt, der zunehmend die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit von Unternehmen betrifft“, unterstrich Dr. Cornelia Haase-Lerch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt.
„Mit der fortschreitenden Digitalisierung wird Cybersicherheit immer stärker zu einer Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen deshalb praxistaugliche Informationen, Beratung und passgenaue Unterstützungsangebote. Ebenso wichtig ist eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Sicherheitsbehörden, damit Unternehmen Bedrohungen frühzeitig erkennen und im Ernstfall schnell handeln können. Der jährliche IT-Security-Day ist dafür ein wichtiges Format“, erklärt die IHK-Hauptgeschäftsführerin.
Sicherheit und Praxistauglichkeit gehen Hand in Hand
Mit Blick auf die regulatorischen Anforderungen ergänzt sie, dass es entscheidend sei, für die Unternehmen ein Umfeld zu schaffen, in dem gesetzliche Sicherheitsanforderungen verhältnismäßig und im betrieblichen Alltag umsetzbar bleiben. Nur so könnten die Chancen der Digitalisierung genutzt werden, ohne bei Sicherheit und wirtschaftlicher Handlungsfähigkeit Abstriche machen zu müssen.
Der IT-Security-Day wird regelmäßig gemeinsam von der IHK Erfurt, dem Landeskriminalamt Thüringen, der Handwerkskammer Erfurt, der Stadt Erfurt, dem Verein ITnet Thüringen, dem Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau und ThEx Wirtschaft 4.0 organisiert. Das Format besteht seit 2020.
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