Was für eine billige Betrugsmasche! Und ich falle darauf rein. Über meine Dummheit ärgere ich mich mehr als über das verlorene Geld. Passiert ist Folgendes: Eine schlichte Kontoänderung für den Einzug der Rundfunkgebühr war zu erledigen. Nichts einfacher als das. Ich tippe in die Google-Suchzeile „Rundfunkgebühr Kontoänderung“ ein, an erster Stelle taucht auf: https://rundfunkbeitrag-service.de/. Sehr gut. Service!
Einen Klick weiter, schön groß gedruckt, begrüßt der „Rundfunkbeitrag Online-Service“ und fragt hilfsbereit: „Sie sind umgezogen und möchten der Rundfunkanstalt Ihre neue Adresse nennen oder Ihre geänderte Bankverbindung mitteilen? Diese und viele weitere Anliegen können Sie jetzt einfach über unser Online-Formular absenden.“ Sehr gut. Klick auf ein grünes Kästchen, da ist das Formular. Ausgefüllt, abgeschickt. Wieder etwas erledigt.
Drei Wochen später schaue ich mal wieder ins Spam-Mailfach: Da herrscht Alarm. Der Rundfunkbeitrag-„Service“ meldet erstens, er habe das Formular an die zuständige Einzugszentrale gesendet, und verlangt zweitens 39,99 Euro Gebühr für diese Dienstleistung. Kurz darauf war die nächste Mail eingelaufen mit, drittens, einer gestrengen Mahnung. Kurz darauf, viertens, folgte die Drohung mit Mahngebühr, Zwangsvollstreckung, Pipapo.
Da zuckt die gehorsame und ehrbare Person in mir, die selbstverständlich ihre Schulden immer pünktlich begleicht. Da man den Kopf ohnehin voll hat, geschieht das auch diesmal ohne weiteres Nachdenken. Das setzte in der Sekunde ein, als die Zahlungsanweisung raus war. Wieso eigentlich eine Gebühr zahlen für die Ummeldung? Kurze Netzrecherche und schon war klar: Da bieten Betrüger einen Service an, den keiner braucht. Sie erfinden eine Internetadresse, die gleich an erster Position der Suchergebnisse angezeigt ist, und schon schnappt die Falle zu.
Lehrgeld gezahlt
Die Verbraucherzentralen warnen vor der Masche. Ich fand eine Empfehlung, per Einschreiben mit Rückantwort an die im Impressum des „Service“-Anbieters angegebene Adresse Rückzahlung zu fordern. Ein Verbraucherzentrale-Formular zählte Gesetze und Paragrafen auf, die mir das Recht zur Rückzahlung zusprachen.
Ich habe das Einschreiben tatsächlich losgeschickt, wahrscheinlich, um meinen Ärger irgendwo abzuladen – obwohl beim Schreiben der Anschrift nun gar kein Zweifel mehr bestehen konnte, dass ich ein blödes Betrugsopfer war. Die Adresse lautet nämlich: Rundfunkbeitragshilfe L.L.C, Brahim Hussain Ali Ahli Building, Dubai, UAE. Dubai! Eine Firma, die im Handelsregister der Dubai Free Zone Authority eingetragen ist.
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Unter dem Impressum, ganz am Ende, findet sich auch noch ein Hinweis auf die Aussichtslosigkeit von Protest: „Wir sind weder verpflichtet noch bereit, an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.“ Dazu in einem rosa Rahmen: „Wir sind nicht der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, wir sind ein unabhängiger Online-Service.“ Aber – was für ein Dienstleistergeist – da gibt es einen Link zur echten Website des „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“, wo die gewünschte Kontoänderung ganz gebührenfrei zu erledigen wäre.
Wie nicht anders erwartet, hat mein Dubai-Dienstleister mein Einschreiben auch nach einem Monat nicht beantwortet. Ich habe Lehrgeld gezahlt. Ich habe zu eilig, zu unaufmerksam, zu vertrauensselig gehandelt. Damit meine Dummheit wenigstens einen Nutzen hat: Hiermit sind Sie gewarnt.
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