Nahost

Neuer Vorstoß: Iran bietet Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen an

Teheran knüpft den Vorschlag an Schritte der USA und will bei der UN-Generalversammlung über Vermittler verhandeln. Eine Antwort aus Washington steht aus.

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Handelsschiffe und Öltanker liegen vor der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas vor Anker. Der Verkehr durch die Straße von Hormus ist im Zentrum des Iran-Kriegs.

Handelsschiffe und Öltanker liegen vor der iranischen Hafenstadt Bandar Abbas vor Anker. Der Verkehr durch die Straße von Hormus ist im Zentrum des Iran-Kriegs.

© Fatemeh Bahrami/Anadolu/imago

Iran ist nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters bereit, die Straße von Hormus binnen sieben Tagen wieder zu öffnen, wenn die USA den militärischen Druck verringern und ihre Blockade iranischer Häfen aufheben.

Den Vorschlag habe Teheran bereits am 16. September über Vermittler an Washington übermittelt, sagte der Vertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Auch der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo schilderte ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter eine solche Initiative. Ob beide Agenturen mit derselben Person sprachen, ist unklar.

Der Vertreter sagte Reuters, die USA müssten ihren Willen zu einer diplomatischen Lösung offiziell erklären und einem Zeitplan für das weitere Vorgehen zustimmen. Die iranische Delegation bei der UN-Generalversammlung in New York sei befugt, Gespräche mit Washington wieder aufzunehmen. Details einer Vereinbarung zur Beendigung der Kampfhandlungen könnten dort über Vermittler erörtert werden.

Kein Treffen der Präsidenten geplant

Ein Treffen zwischen Irans Präsident Massud Peseschkian und US-Präsident Donald Trump am Rande der UN-Generalversammlung schloss der Vertreter gegenüber beiden Agenturen aus.

Gegenüber Kyodo sagte er zugleich, eine Einigung sei möglich, wenn Washington Ernsthaftigkeit zeige. Nach seiner Darstellung wurde die Initiative von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei und dem Obersten Nationalen Sicherheitsrat gebilligt. Eine öffentliche Bestätigung dieses Beschlusses durch das Gremium liegt in den vorliegenden Berichten nicht vor.

Auch Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf stellte Verhandlungen in Aussicht, ohne Zugeständnisse anzukündigen. „Diplomatie bedeutet keine Kapitulation, sondern die Umwandlung der Stärke auf dem Feld in politische Errungenschaften“, sagte er laut iranischen Medienberichten, die die dpa wiedergibt.

Blockade setzt Irans Ölexporte unter Druck

Seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und Iran Ende Februar ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark eingeschränkt. Die US-Blockade iranischer Häfen belastet Teherans Ölexporte. Ein im Juni erzieltes amerikanisch-iranisches Übereinkommen hielt nicht.

Zuletzt drohte Irans militärische Führung mit Vergeltung, sollte Washington seine Angriffe mit Unterstützung regionaler Staaten wieder aufnehmen.

Ob die USA den neuen Vorschlag annehmen oder die Blockade lockern wollen, blieb zunächst offen.

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