US-Präsident Donald Trump hat mit einer drastischen Verschärfung des Krieges gegen den Iran gedroht. „Meine Frage ist: Ob und wann sprenge ich das ganze Land in die Luft? Sie sollten sich besser benehmen“, sagte Trump nach Angaben des Fox-News-Korrespondenten Trey Yingst in einem Telefongespräch am Sonntag.
Yingst berichtete anschließend bei Fox News, Trump befinde sich mit Blick auf das weitere Vorgehen gegen den Iran im „Entscheidungsmodus“. Der Präsident habe drei mögliche Wege beschrieben: den Iran militärisch „auszulöschen“, das Land wirtschaftlich weiter „verrotten“ zu lassen oder eine Vereinbarung mit Teheran zu erreichen. „In nicht allzu ferner Zukunft werden sehr große Dinge passieren“, zitierte Yingst den Präsidenten.
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Trump sprach bereits von „Vernichtung“ der iranischen Führung
Die jüngsten Äußerungen sind allerdings nicht die erste derartige Drohung innerhalb weniger Tage. Bereits am Donnerstag hatte Trump dem Nachrichtenportal Axios gesagt, er stehe vor einer „großen Entscheidung“.
„Will ich reingehen und sie vernichten oder nicht?“, sagte Trump mit Blick auf die iranische Führung. „Es ist eine große Entscheidung. Bei mir kann alles passieren.“ Axios zufolge ging es dabei um die Frage, ob die USA ihre groß angelegten Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen.
Der Krieg begann am 28. Februar mit gemeinsamen Angriffen Israels und der USA auf den Iran. Seitdem sind die Kämpfe zeitweise abgeflaut, eine politische Einigung zwischen Washington und Teheran kam jedoch nicht zustande. Der Konflikt hat zudem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus stark beeinträchtigt und die Energiepreise weltweit nach oben getrieben.
Trump hatte Anfang September erklärt, den Krieg trotz der innenpolitischen Folgen nicht zu bereuen. In einem Interview mit Fox News sagte er, er würde seine Entscheidung erneut genauso treffen.
Iran droht mit Angriffen auf US-Stützpunkte
Teheran reagierte auf die neuen Drohungen seinerseits mit Warnungen. Das iranische militärische Zentralkommando erklärte am Sonntag, ein neuer amerikanischer Angriff werde eine anhaltende Vergeltung gegen US-Stützpunkte und andere amerikanische Interessen nach sich ziehen. Staaten in der Region, die Washington bei einem Angriff unterstützten, könnten ebenfalls als Konfliktparteien behandelt werden.
Der Iran behauptet zudem, Informationen über Vorbereitungen für weitere amerikanische Angriffe erhalten zu haben. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben bislang nicht.
Parallel versucht Katar, neue Gespräche zwischen beiden Seiten anzustoßen. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums erklärte nach Reuters-Angaben, Doha stehe sowohl mit Washington als auch mit Teheran in Kontakt und versuche, die Differenzen zwischen beiden Seiten zu überbrücken. Einen Zeitplan für mögliche neue Verhandlungen gebe es bislang nicht.
Treffen zwischen Trump und Peseschkian in New York?
Damit fällt die Eskalation in eine diplomatisch entscheidende Woche. Irans Präsident Masoud Peseschkian reist zur UN-Generalversammlung nach New York. Die Trump-Regierung hat ihm und Außenminister Abbas Araghtschi trotz des laufenden Krieges die Einreise in die USA gestattet. Washington erfüllt damit Verpflichtungen aus seiner Rolle als Gastgeber der Vereinten Nationen, hat die iranische Delegation allerdings verkleinert und mit Reisebeschränkungen belegt.
Trump schloss gegenüber Fox News ein persönliches Treffen mit Peseschkian nicht aus. Auf die Frage, ob er dazu bereit wäre, antwortete der US-Präsident nach Angaben von Yingst sinngemäß, wahrscheinlich schon.
Am Dienstag will Trump am Rande der UN-Generalversammlung zudem mit den Staats- und Regierungschefs der sechs Golfstaaten Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Bahrain, Kuwait und Oman über den Iran-Krieg sprechen. Axios zufolge könnte dieses Treffen erheblichen Einfluss darauf haben, ob Washington noch einmal auf Diplomatie setzt oder die militärischen Angriffe ausweitet.
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