Iran-Krieg

Ölpreise steigen: Schiffsverkehr in der Straße von Hormus geht gegen Null

Der Verkehr durch die Meerenge liegt weit unter dem Vorkriegsniveau. Die Ölpreise ziehen weiter an, eine Normalisierung ist nicht in Sicht.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Schiffe vor Bandar Abbas im Süden Irans nahe der Straße von Hormus

Schiffe vor Bandar Abbas im Süden Irans nahe der Straße von Hormus

© Abbas/imago

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Montag auf sechs Passagen gesunken. Das geht aus am Dienstag vom Analysedienst Kpler veröffentlichten Daten hervor, über die die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Der Zehn-Tage-Durchschnitt lag demnach zuletzt bei rund elf Schiffen. Vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatten die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman noch täglich 130 bis 140 Schiffe durchquert.

Nach den Kpler-Daten liefen am Montag lediglich vier Frachter in die Meerenge ein, darunter zwei leere Produktentanker. Nur zwei Schiffe verließen die Wasserstraße, ein kleiner Tanker mit Flüssiggas und einer mit Rückstandsölen.

Ölpreise legen weiter zu

Die Analysten der britischen Bank Barclays bezifferten die Netto-Ausfuhren von Rohöl und Ölprodukten durch die Straße von Hormus in der Woche bis zum 7. August auf durchschnittlich drei Millionen Barrel pro Tag. In der Vorwoche waren es 4,4 Millionen Barrel. Vor dem Krieg wurde etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen täglich durch die Meerenge transportiert.

Die Ölpreise stiegen am Dienstag um mehr als zwei Prozent auf den höchsten Stand seit dem 31. Juli. Brent-Rohöl verteuerte sich um 2,38 Prozent auf 89,81 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI legte um 2,62 Prozent auf 84,28 Dollar zu.

Verhandlungen ins Stocken geraten

Eine baldige Wiederöffnung der Meerenge ist nach gescheiterten Bemühungen um diplomatische Vermittlung zwischen Washington und Teheran nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag auf iranische Bedingungen für ein Friedensabkommen mit der Forderung reagiert, der Iran müsse Entschädigungen für Menschen zahlen, die in Kriegen, bei Angriffen und Protesten getötet worden seien.

Ein im Juni unterzeichnetes vorläufiges Abkommen war zuvor gescheitert. Trump behauptete zudem, die USA hätten die Meerenge unter Kontrolle und diese von iranischen Seeminen geräumt.

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Ole Hansen, Rohstoffstratege der Saxo Bank, sagte gegenüber Reuters, es gebe derzeit keinen erkennbaren Weg zu einer vollständigen Wiederöffnung der Meerenge.

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