Der US-Sondergesandte Steve Witkoff ist offenbar auf dem Weg in die Schweiz, um dort Gespräche über ein mögliches Atomabkommen mit dem Iran aufzunehmen. Das berichteten der Axios-Reporter Barak Ravid auf der Plattform X und der Sender CNN unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten US-Regierungsvertreter.
Auch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi werde nach Angaben einer Quelle voraussichtlich am Samstag in die Schweiz reisen. Diese Pläne könnten sich jedoch noch ändern, hieß es. Der Iran wolle demnach erst abwarten, ob ein Waffenstillstand zwischen den Hisbollah und Israel halte. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner befindet sich nach Axios-Informationen bereits in der Schweiz.
Libanon: US-Kreise melden Feuerpause zwischen Israel und Hisbollah
Iran-Gespräche in der Schweiz verschoben
Die Verhandlungen sollen laut dem Sender CNN am Schweizer Bergresort Bürgenstock stattfinden. Ursprünglich waren die Gespräche für Freitag geplant, wurden jedoch nach einer Eskalation der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon verschoben. US-Vizepräsident JD Vance sagte daraufhin seine Reise in die Schweiz ab.
Bei israelischen Luftangriffen wurden dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge am Freitag seit Mitternacht mindestens 47 Menschen im Libanon getötet, wie Reuters berichtete. Israel meldete den Tod von vier Soldaten bei einem Vorfall im Libanon.
Ein hochrangiger US-Beamter erklärte laut der Nachrichtenagentur, dass am Freitag gegen 16 Uhr Ortszeit eine Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah in Kraft sei. Die Vereinbarung sei von Unterhändlern der USA und Katars mit Hilfe des Iran ausgearbeitet worden.
Libanon meldet erneute Angriffe trotz Waffenruhe
Zwei libanesische Sicherheitsquellen erklärten laut Reuters, Israel habe in der ersten Stunde nach Beginn der Feuerpause noch rund ein Dutzend Luftangriffe geflogen, danach seien keine weiteren registriert worden. Am Samstagmorgen berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA jedoch von erneuten israelischen Luftangriffen, bei denen Berichten zufolge mehrere Menschen getötet wurden.
Laut Axios teilte eine Quelle aus einem der vermittelnden Länder mit, Araghtschi habe mehreren Kollegen erklärt, die Waffenruhe im Libanon sei für den Iran entscheidend für die Verhandlungen mit den USA.
Rahmenvereinbarung mit 60-Tage-Frist
Beide Seiten hatten in dieser Woche ein Memorandum mit 14 Punkten unterzeichnet, das ein 60-tägiges Verhandlungsfenster für ein dauerhaftes Abkommen vorsieht. Vorgesehen sind laut Reuters unter anderem die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, das Freigeben eingefrorener Vermögenswerte sowie ein Wiederaufbaufonds in Höhe von 300 Milliarden Dollar.
Bei dem seit Ende Februar andauernden Krieg wurden nach Reuters-Angaben mindestens 7000 Menschen getötet, die meisten davon im Iran und im Libanon.
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