Israel und die mit dem Iran verbündete libanesische Hisbollah-Miliz haben sich nach Angaben aus US-Regierungskreisen auf eine Einstellung der Kampfhandlungen verständigt. Die Vereinbarung sei um 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ) in Kraft getreten, sagte ein hochrangiger US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters.
Vermittlung durch Washington und Doha
Ausgehandelt wurde die Feuerpause demnach von Unterhändlern der USA und Katars, der Iran habe dabei unterstützt. „Hisbollah und Israel haben sich auf eine Waffenruhe geeinigt“, zitierte Reuters den namentlich nicht genannten Regierungsvertreter. Nach einem gegenseitigen Beschuss am Vormittag würden beide Seiten nun die Waffen ruhen lassen.
Bei israelischen Luftangriffen sind dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge seit Mitternacht mindestens 47 Menschen im Libanon getötet worden. Israel meldete den Tod von vier Soldaten im Südlibanon bei einem der verlustreichsten Hisbollah-Angriffe dieses Krieges.
Ein hochrangiger israelischer Vertreter und zwei Quellen aus den Reihen der Hisbollah bestätigten der Nachrichtenagentur Reuters die Waffenruhe. „Wenn die Hisbollah uns nicht angreift, herrscht für uns kein Krieg“, zitierte Reuters den israelischen Vertreter. Israelische Soldaten würden im Süden Libanons bleiben. Knapp eine Stunde nach dem vorgesehenen Inkrafttreten beobachtete ein Reuters-Reporter in Nordisrael jedoch weiterhin israelische Angriffe auf libanesischem Gebiet.
Bezug zu den US-Iran-Gesprächen
Die Feuerpause an der Libanon-Front steht im Zusammenhang mit den laufenden Gesprächen zwischen Washington und Teheran. Der Iran hatte die Lage im Libanon wiederholt in die Verhandlungen eingebracht. Konkrete Angaben zur Dauer der Waffenruhe oder zu Bedingungen für ihre Einhaltung machte der von Reuters zitierte US-Vertreter zunächst nicht. Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah hatte Reuters gegenüber gesagt, der Iran habe der Miliz mitgeteilt, dass die Gespräche mit Washington ohne eine umfassende Waffenruhe nicht fortgesetzt werden könnten.
Das israelische Militär hatte am Donnerstag auf X erklärt, israelische Soldaten seien weiterhin im Libanon stationiert. Diese würden „weiterhin Bedrohungen beseitigen und die Verteidigung der Bewohner im Norden Israels stärken“.
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