Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich bereit erklärt, hoch angereichertes Uran verdünnen und das Atomprogramm seines Landes überprüfen zu lassen. „Wir sind bereit, es zu verdünnen. Das ist keine große Sache. Wir sind bereit, uns Kontrollen zu unterziehen“, sagte er in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit Fox News.
Auf die Frage, ob Iran eine Atombombe wolle, antwortete Peseschkian: „Überhaupt nicht.“ Einzelheiten zu Umfang, Zeitplan und Bedingungen der angebotenen Kontrollen nannte er nicht.
Nach Angaben der IAEO aus dem vergangenen Jahr hat der Iran Uran auf bis zu 60 Prozent angereichert. Diese Konzentration liegt deutlich über dem für gewöhnliche Kernkraftwerke benötigten Niveau. Peseschkians Äußerung ist bislang nur ein Angebot. Eine neue Vereinbarung über das Atomprogramm wurde im Zusammenhang mit dem Interview nicht bekannt.
Peseschkian erhebt Vorwürfe gegen Washington
Peseschkian machte die USA für das Scheitern der bisherigen Diplomatie verantwortlich. Washington habe sein Land angegriffen, statt den Dialog fortzusetzen, sagte er Fox News. Der Iran sei weiterhin bereit, eine Vereinbarung zu schließen. Die USA könnten sich nach seinen Worten Zugang verschaffen, um das iranische Atomprogramm zu überprüfen. Zugleich verlangte er ein Ende des militärischen und wirtschaftlichen Drucks. Seine Darstellung der Verantwortung für den Krieg ist eine Position der iranischen Regierung.
Der Präsident verwies zudem auf eine im Juni unterzeichnete Absichtserklärung mit US-Präsident Donald Trump. Auf deren Grundlage wolle Iran weiterhin verhandeln, sagte Peseschkian. Er warf auch Israel vor, den Krieg vorangetrieben zu haben. Iran wolle ihn nicht fortsetzen, werde sich bei Angriffen aber verteidigen.
„Amerika muss entscheiden, ob es dies beenden will oder nicht“, sagte er in dem Interview weiter. Dem Iran sei der Krieg „aufgezwungen“ worden. Verantwortlich dafür seien „von Israel ausgehende Provokationen“. Peseschkian hielt sich aufgrund der UN-Generalversammlung in den USA auf.
Gespräche über die Straße von Hormus
Zuletzt hatten beide Seiten erneut Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte Reuters am Dienstag, Iran könne die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder öffnen, wenn die USA ihren militärischen Druck verringerten und die Blockade iranischer Häfen aufhöben. Ein Vorschlag zur Beendigung der Kämpfe sei Washington über Vermittler übermittelt worden.
Trump sagte Reuters zufolge ebenfalls am Dienstag, die Gespräche mit dem Iran dauerten an. Er rechne damit, dass beide Länder irgendwann eine Einigung erzielten. Eine iranische Atomwaffe werde er jedoch nicht zulassen, sagte der US-Präsident.
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