Ölmarkt

Markt reagiert auf Diplomatie: Ölpreis fällt nach indirekten Gesprächen zwischen USA und Iran

Teheran prüft eine US-Antwort auf eigene Friedensvorschläge. Zugleich lässt der Anstieg der US-Rohölbestände die Notierungen sinken.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Am Ölmarkt sanken die Notierungen für Brent und WTI, während Teheran die US-Antwort auf iranische Friedensvorschläge prüft.

Am Ölmarkt sanken die Notierungen für Brent und WTI, während Teheran die US-Antwort auf iranische Friedensvorschläge prüft.

© Jochen Eckel/imago

Die Ölpreise sind am Donnerstag im asiatischen Handel wieder gefallen, nachdem der Iran erneut Gesprächsbereitschaft zur Beendigung des Krieges mit den USA signalisiert hat. Die Nordseesorte Brent verlor 94 Cent oder 0,9 Prozent auf 102,13 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI gab um 59 Cent oder 0,7 Prozent auf 91,56 Dollar nach. Am Vortag waren die Notierungen noch um rund vier Prozent gestiegen.

Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Teheran und Washington lägen bei der Suche nach einem Kriegsende weiterhin weit auseinander - die Diplomatie müsse aber fortgesetzt werden.

Der Iran prüfe derzeit die US-Antwort auf eigene Friedensvorschläge. Diese sähen an vorderster Stelle eine Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen und eine Wiederöffnung der Straße von Hormus vor.

Bedingungen für Hormus-Öffnung bleiben strittig

Beide Punkte seien in den indirekten Gesprächen am Rande der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York am Dienstag erörtert worden, so der Vertreter. Irans Sicherheitschef Mohsen Rezaei erklärte laut Reuters jedoch, die für den weltweiten Öltransport zentrale Meerenge werde erst wieder geöffnet, wenn die iranischen Bedingungen erfüllt seien.

US-Außenminister Marco Rubio sagte Reportern, ein Abkommen erfordere längere und harte Arbeit. Präsident Donald Trump habe zudem militärische Optionen.

US-Rohölbestände wachsen, Debatte um Diesel-Exportstopp

Zusätzlich wirkt sich ein Anstieg der US-Rohölbestände auf den Markt aus. Nach Angaben der Energiebehörde EIA legten die kommerziellen Lager in der Woche zum 18. September um drei Millionen auf 426,4 Millionen Barrel zu. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet.

Am Markt wurden zudem mögliche Beschränkungen für US-Dieselexporte diskutiert. Das Portal Politico hatte über Pläne für einen 90-tägigen Ausfuhrstopp berichtet, was das Weiße Haus dementierte.

Der Finanzdienst Bloomberg meldete unter Berufung auf Insider, US-Energieminister Chris Wright habe die Ölindustrie auf mögliche Ausfuhrbeschränkungen eingestimmt. Die Notierungen für schwefelarmen Diesel gaben zeitweise um rund fünf Prozent nach.

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