Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt mehreren Staaten am Persischen Golf für 2026 einen zweistelligen Wirtschaftseinbruch voraus. Nach den am Dienstag veröffentlichten Daten des World Economic Outlook schrumpft die Wirtschaft Kuwaits in diesem Jahr um 16,7 Prozent, die des Irak um 16 Prozent und die Katars um 15,6 Prozent.
Betroffen sind laut IWF-Bericht vor allem Öl- und Gasexporteure, deren Lieferwege durch den Krieg mit dem Iran beeinträchtigt sind.
Hormus-Blockade bremst Energieexporte
Die Prognosen des IWF beruhen auf der Annahme, dass die Öl- und Gastransporte durch die Straße von Hormus ab März 2027 wieder aufgenommen werden und sich bis Oktober 2027 weitgehend normalisieren.
Die Meerenge, über die ein großer Teil des weltweiten Energiehandels läuft, ist seit Kriegsbeginn mit den US-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar faktisch blockiert. Der durchschnittliche Ölpreis liegt dem IWF zufolge in diesem Jahr bei 96 US-Dollar je Barrel, was einem Anstieg von knapp 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Insgesamt rechnet der Fonds für die Region Naher Osten und Zentralasien 2026 mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung. Erst 2027 sei dort wieder ein Wachstum von 6,3 Prozent zu erwarten, heißt es im IWF-Bericht. Neben dem Iran selbst zählen auch Bahrain und Saudi-Arabien zu den stark betroffenen Volkswirtschaften.
Weltwirtschaft wächst trotz Krisen
Weltweit hob der IWF seine Wachstumsprognose leicht an. Die globale Wirtschaft soll laut dem in Bangkok vorgestellten Ausblick 2026 um 3,1 Prozent zulegen, nach 3,5 Prozent im Vorjahr. Für 2027 erwartet der Fonds eine Beschleunigung auf 3,4 Prozent.
Für die Vereinigten Staaten sagt der IWF ein stabiles Wachstum von 2,3 Prozent voraus, für die Länder der Eurozone lediglich 1,1 Prozent in diesem und 1,2 Prozent im kommenden Jahr.
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Die weltweite Teuerungsrate liegt den Projektionen zufolge 2026 bei 4,7 Prozent und soll im nächsten Jahr auf 4,1 Prozent sinken. Entwicklungs- und Schwellenländer wachsen laut IWF nur noch um 3,9 Prozent, nach 4,5 Prozent im Vorjahr.
Kritik an Kreditauflagen
Der 1944 gegründete IWF mit Sitz in Washington überwacht die Wirtschafts- und Finanzpolitik seiner 191 Mitgliedstaaten, berät Regierungen und vergibt Kredite an Länder in finanziellen Schwierigkeiten. Die Stimmrechte richten sich vor allem nach der wirtschaftlichen Bedeutung der Mitglieder – die USA besitzen bei grundlegenden Entscheidungen faktisch ein Vetorecht.
Entwicklungsorganisationen wie Oxfam kritisieren den Fonds, weil Schuldnerländer für Kredite häufig Staatsausgaben kürzen und neoliberale Reformen umsetzen müssen, was aus Sicht der Kritiker Armut und Ungleichheit verschärft.
Nach Darstellung des IWF verteilt sich das weltweite Wachstum zunehmend ungleich: 32 Länder stünden derzeit für 95 Prozent der globalen Zunahme der Wirtschaftsleistung, im April waren es noch 54.
IWF-Chefin Kristalina Georgieva verwies auf wachsende Risiken durch hohe Verschuldung, Spannungen an den Finanzmärkten und die Folgen des Booms bei künstlicher Intelligenz.
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