Auch Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel (parteilos) denkt jetzt wieder an die dramatischen Tage im August 2002 zurück. „Der Krisenstab arbeitete rund um die Uhr und organisierte die Arbeit der vielen freiwilligen Helfer“, erinnert sich Brendel. Sie ist noch immer dankbar für die damalige Unterstützung des Landesumweltamts und der Landesregierung mit Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Er hatte sich bereits fünf Jahre zuvor als Umweltminister beim Kampf gegen die Oderflut als „Deichgraf“ bundesweit einen Namen gemacht. Der Regierungschef wird am morgigen Freitag zum Jubiläum in Mühlberg erwartet.
Nicht mehr wie Wackelpudding
Zu den vielen Helfern in Mühlberg gehörten Bundeswehrsoldaten, die wie 1997 beim Oder-Hochwasser mit Hubschraubern hunderte Paletten mit Sandsäcken an den Dämmen absetzten. Tausende Tonnen Kies wurden an gefährdete Abschnitte gefahren, um Risse abzudichten. Auch wenn gebrochene Deiche im Elbe-Oberlauf den Abschnitt in Mühlberg entlasteten, wuchs dort Mitte August 2002 die Gefahr eines Deichbruches. Das hätte verheerende Überschwemmungen in der Stadt und der tiefgelegenen Agrarregion der Schwarzen Elster zur Folge gehabt. Als das Hochwasser sich der Deichkante näherte, beschloss der Krisenstab, die 4 000 Einwohner in sichere Unterkünfte zu bringen – für Brendel eine „logistische Meisterleistung“.
Inzwischen sind die schwierigsten 3,2 Kilometer der 21,6 Kilometer langen Deiche im Mühlberger Abschnitt saniert, berichtet Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes. „Früher waren die Deiche wie Wackelpudding, heute sind sie trocken und sicher“, bilanziert er. An gefährdeten Stellen im Mühlberger Stadtgebiet schützen jetzt Spundwände die Bewohner. Auch davon will sich Platzeck bei seinem Besuch ein Bild machen. (dpa)
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