Australien und Japan haben am Samstag in Melbourne einen Vertrag über die Lieferung von Kriegsschiffen unterzeichnet. Der Deal umfasst zunächst drei japanisch designte Mogami-Klasse-Fregatten, die Teil eines rund 7 Milliarden US-Dollar schweren Flottenprojekts sind, wie Reuters berichtet. Sie werden von Mitsubishi Heavy Industries in Japan gebaut. Weitere acht Schiffe sollen später in Australien gebaut werden.
Die Verteidigungsminister Richard Marles und Shinjiro Koizumi nahmen an einer Unterzeichnungszeremonie an Bord der japanischen Fregatte JS Kumano teil, die derzeit im Hafen von Melbourne liegt. Die ersten drei Mogami-Klasse-Fregatten sollen laut Reuters in Japan gebaut und ab 2029 an die australische Marine ausgeliefert werden, erklärte Marles.
Japan setzte sich gegen deutsches Modell durch
„Der von uns angekündigte Zeitrahmen ist die schnellste Beschaffung eines Überwasserkampfschiffs für die Royal Australian Navy, die jemals durchgeführt wurde“, sagte Marles. Die Mogami-Schiffe sollen die veralteten ANZAC-Klasse-Fregatten ersetzen, die als zunehmend anfällig für moderne Bedrohungen wie Raketen- und Drohnenangriffe gelten.
Laut Koizumi sei dies ein bedeutender Schritt zur Vertiefung der bilateralen Verteidigungszusammenarbeit. Er hob hervor, dass die Mogami-Schiffe mit nur 90 Besatzungsmitgliedern betrieben werden könnten, etwa die Hälfte im Vergleich zur ANZAC-Klasse.
Die Mogami-Klasse ist mit moderner Bewaffnung ausgestattet, darunter Luftabwehr- und Anti-Schiff-Raketen sowie die Fähigkeit, Kampfhubschrauber zu betreiben. Die Schiffe sollen in den strategisch wichtigen Gewässern des Indischen und Pazifischen Ozeans eingesetzt werden, wo Chinas militärische Präsenz zunehme, und um wichtige Handelsrouten zu schützen, berichtet Reuters.
Japan hatte sich laut AP im vergangenen Jahr mit seinem Angebot gegen ein deutsches Modell der Thyssenkrupp Marine Systems durchgesetzt. Die Vereinbarung markiert Japans bedeutendsten militärischen Export seit der Lockerung seiner strikten Exportgesetze im Jahr 2014, wie Reuters berichtet. Koizumi betonte, dass die Lockerung der Regeln für den Export von Verteidigungstechnologie eine stärkere Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnern wie Australien erlaube.
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