Palästina-Streit

Javier Bardem gegen Pink: Petition drängt auf Unicef-Aus der Sängerin

Javier Bardem verschärft den Prominentenstreit um Macklemores „Free Palestine“-Auftritt. Der Schauspieler unterstützt eine Petition, die Pink ihre Rolle als Unicef-Botschafterin entziehen will.

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Javier Bardem bei der Vanity Fair Oscar Party im März 2026. Der Schauspieler zeigt dort einen „Palestine“-Button und ein „No a la guerra“-Abzeichen.

Javier Bardem bei der Vanity Fair Oscar Party im März 2026. Der Schauspieler zeigt dort einen „Palestine“-Button und ein „No a la guerra“-Abzeichen.

© Xavier Collin/imago

Hollywood-Star Javier Bardem hat sich in den Streit um Sängerin Pink und den propalästinensischen Rapper Macklemore eingeschaltet. Der spanische Oscarpreisträger verbreitete am Montag mehrere Beiträge in seinen Instagram-Stories, die für eine Petition werben, Pink ihre Rolle als Unicef-Botschafterin zu entziehen. Darüber berichten unter anderem Cover Media und das US-Promiportal Just Jared.

Die Petition wurde am 11. September von einer Gruppe namens „Swifties Against Genocide“ auf Change.org gestartet. Inzwischen haben sie mehr als 150.000 Menschen unterstützt. Die Initiatoren werfen Pink vor, mit ihren Äußerungen im Streit um Macklemore nicht den Standards von Neutralität und Mitgefühl gerecht zu werden, die sie mit einer Unicef-Rolle verbinden. Sie verlangen deshalb, dass die Kinderhilfsorganisation die Zusammenarbeit mit der Sängerin beendet. Dabei handelt es sich um die Forderung der Petitionsinitiatoren, nicht um eine Feststellung von Unicef.

Pink, die mit bürgerlichem Namen Alecia Moore heißt, ist seit 2015 Botschafterin von Unicef USA. Nach Angaben der Organisation wirbt sie insbesondere für Gesundheits- und Ernährungsprogramme für Kinder. Unicef USA führt die Sängerin weiterhin als Botschafterin.

Pink teilte Kritik an Macklemore

Auslöser der Auseinandersetzung war Macklemores Auftritt Anfang September im Vorprogramm von Ed Sheerans US-Tour. Im MetLife Stadium in New Jersey rief der Rapper „Free Palestine“, sprach über die Situation der Menschen im Gazastreifen und im Westjordanland und zeigte während seines Songs „Hind’s Hall“ Bilder aus Gaza.

Die Organisation StopAntisemitism kritisierte den Auftritt anschließend auf Instagram und warf Macklemore „antiisraelische Propaganda“ vor. Pink teilte den Beitrag zunächst ohne eigene Einordnung. Das löste erhebliche Kritik an der Sängerin aus.

Sängerin Pink (M) und ihre Tochter Willow Sage Hart treten während der Democratic National Convention auf.

Sängerin Pink (M) und ihre Tochter Willow Sage Hart treten während der Democratic National Convention auf.

© Paul Sancya/dpa

Später stellte Pink ausführlich klar, dass sie sich nicht gegen die Forderung „Free Palestine“ richte und auch nicht verlange, Macklemore zum Schweigen zu bringen oder von der Tour zu entfernen. Als jüdische Mutter habe sie aber das Recht zu sagen, dass Teile des Auftritts ihr und Menschen in ihrem Umfeld Angst gemacht hätten. Zugleich erklärte sie, Palästinenser verdienten eine Zukunft, in der ihre Menschlichkeit und ihre Hoffnungen respektiert würden.

Macklemore wurde wenige Tage später dennoch aus dem weiteren US-Vorprogramm von Ed Sheeran gestrichen. Tourveranstalter erklärten, mehrere Veranstaltungsorte hätten mitgeteilt, kein Konzert mit dem Rapper im Line-up durchführen zu wollen. Sheeran betonte anschließend, die Entscheidung sei nicht von ihm getroffen worden. Mehrere weitere Musiker zogen sich daraufhin aus Solidarität mit Macklemore von der Tour zurück.

Bardem zeigte bei Fußball-WM Palästina-Flagge

Dass sich Bardem nun auf Macklemores Seite stellt, passt zu seinen zahlreichen öffentlichen Stellungnahmen zum Nahostkonflikt. Der Schauspieler gehört seit Längerem zu den prominentesten Unterstützern palästinensischer Anliegen in der internationalen Filmbranche.

Bei der Oscar-Verleihung im März trat Bardem mit den Botschaften „No to war“ und „Palestine“ auf und sagte vor der Preisübergabe: „No to war and free Palestine.“

Auch während der Fußball-WM in den USA setzte er ein öffentlich sichtbares Zeichen. Beim Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich in Texas hielt Bardem eine palästinensische Flagge hoch. Auf die Frage nach seiner Botschaft an die Palästinenser antwortete er: „Existence is resistance.“

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Beim Filmfestival in Cannes hatte Bardem wenige Monate zuvor die israelische Kriegsführung in Gaza scharf kritisiert und von einem „Genozid“ gesprochen. Israel weist den Vorwurf eines Völkermords zurück. Bardem sagte damals zugleich, er erhalte trotz seiner politischen Stellungnahmen weiterhin zahlreiche Rollenangebote.

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