US-Vizepräsident JD Vance macht den Krieg gegen den Iran für die Niederlage der Republikaner bei den Kongresswahlen verantwortlich. Viele frühere Anhänger von Präsident Donald Trump hätten sich bei der Wahl am Dienstag den Demokraten zugewandt, schrieb Vance am Mittwoch auf der Plattform X. „Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur dpa.
Vance widersprach der Annahme, seine Partei habe vor allem zu wenige Wähler mobilisiert. Die republikanischen Anhänger seien durchaus zur Wahl gegangen, hätten aber teilweise für die Demokraten gestimmt. Auch Trump habe den Krieg am Dienstagabend als Grund für die Niederlage genannt, schrieb der Vizepräsident.
Kritik an Krieg und Israel-Politik
Vance berief sich auf die Befragung eines nicht namentlich genannten Meinungsforschers. Demnach nannten enttäuschte Trump-Wähler vier Bedingungen, unter denen sie wieder die Republikaner wählen würden: ein Ende des Iran-Kriegs, niedrigere Lebenshaltungskosten, eine Politik nach dem Grundsatz „America First“ und veränderte Beziehungen zu Israel.
Diese vier Punkte erklärten nach Vances Darstellung, warum zahlreiche frühere Trump-Anhänger diesmal für die Demokraten gestimmt hätten.
Vance hatte bereits vor Trumps Entscheidung zum Angriff auf den Iran Bedenken gegen einen Krieg geäußert. Er befürchtete nach Angaben des Wall Street Journal, die USA könnten in einen Konflikt geraten, aus dem sie sich nur schwer wieder lösen könnten.
Der Krieg begann am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran. Der Iran reagierte mit Attacken auf Israel, US-Stützpunkte und Golfstaaten.
Vance fordert Konsequenzen
Der Vizepräsident verlangte eine offene Auseinandersetzung mit den Gründen der Wahlniederlage. Wer den Krieg trotz des Verlusts der Senatsmehrheit für gerechtfertigt halte, solle dies ausdrücklich sagen. Bei der Diskussion über den weiteren Kurs der Republikaner müsse jedoch zuerst der Krieg als Ursache der Niederlage zur Sprache kommen.
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