Die jemenitische Huthi-Miliz hat nach Angaben eines örtlichen Regierungsvertreters eine Insel in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen und damit ihre Position an der wichtigen Schifffahrtsstraße ausgebaut, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Boote mit bewaffneten Huthi-Kämpfern hätten die auch unter dem Namen Perim bekannte Insel Mayyun erreicht, erklärte der Regierungsvertreter demnach am Freitag.
Auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und Reuters berichteten unter Berufung auf jemenitische Regierungsquellen, dass die Huthis eine strategisch gelegene Insel in der Meerenge Bab al-Mandab erobert hätten. Die jemenitischen Streitkräfte hätten sich aus Perim zurückgezogen, bestätigten zwei Quellen gegenüber Reuters. Die Huthis hätten zudem die am Roten Meer gelegene Stadt Dhubab auf dem Festland eingenommen, die der Insel gegenüberliegt.
AFP zufolge teilt die Insel Perim die Meerenge in zwei Schifffahrtsrouten. Ein Augenzeuge berichtete laut AFP, bewaffnete Männer würden „entlang der Küste von Bab al-Mandab Posten beziehen und mit Militärfahrzeugen umherfahren“.
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Huthis sollen Hafenstadt eingenommen haben
Die Huthis hatten zuvor nach Angaben von Militärquellen gegenüber Reuters die jemenitische Hafenstadt Mokha am Roten Meer eingenommen und waren anschließend zu strategisch wichtigen Inseln vorgestoßen. Jemenitische Regierungskreise erklärten laut der Nachrichtenagentur, die Huthis hätten dadurch ihren Einfluss auf die Meerenge Bab al-Mandab ausgeweitet und die Hanisch-Inselgruppe erreicht.
Die Meerenge ist eine wichtige Route für den internationalen Schiffsverkehr. Saudi-Arabien ist nach Reuters-Angaben auf den Transportweg durch das Rote Meer angewiesen, seit die Straße von Hormus infolge des Krieges mit dem Iran weitgehend geschlossen ist. Der Ölpreis für die Sorte Brent stieg dem Bericht zufolge am Donnerstag zeitweise um rund vier Prozent auf mehr als 105 Dollar je Barrel.
Bericht: Saudischer Kronprinz bat Trump um Hilfe
Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman soll US-Präsident Donald Trump am Donnerstag zu einem Vorgehen gegen die Huthis aufgefordert haben, berichtete Axios unter Berufung auf zwei US-Quellen. Trump habe dies abgelehnt. Die US-Regierung wolle Saudi-Arabien aber unter anderem mit Geheimdienstinformationen und Zieldaten unterstützen.
Der US-Kommandeur für den Nahen Osten, Admiral Brad Cooper, reiste nach Angaben von Quellen am Donnerstag zu dringenden Gesprächen nach Saudi-Arabien, wie Axios berichtet. Rund 200 US-Soldaten seien laut einer Quelle bereits im Land, um Saudi-Arabien zu unterstützen.
Bin Salman habe Trump dem Bericht zufolge zunächst über die sich verschlechternde Lage informiert, während Huthi-Kämpfer auf die Küstenstadt Mokha vorrückten und sich von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Kräfte zurückzogen. Einige Stunden später habe der Kronprinz erneut angerufen und US-Luftangriffe gegen die Huthis gefordert.
Die USA wollten sich auf den Schutz ihrer eigenen Sicherheitsinteressen konzentrieren, darunter die freie Schifffahrt im Roten Meer, erklärte ein ranghoher US-Vertreter laut Axios. Die regionalen Partner sollten demnach bei der Bewältigung der Sicherheitsprobleme in der Region die Führung übernehmen.
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