Jemens Regierungstruppen haben nach Angaben von Militär- und Regierungskreisen wichtige Stellungen nahe der Meerenge Bab el-Mandab zurückerobert. Wie Reuters am Montag berichtete, nahmen die von Saudi-Arabien unterstützten Einheiten große Teile des Bezirks Dhubab ein. Die Huthis bestritten die gemeldeten Vorstöße.
Drei Militärquellen und eine Regierungsquelle sagten Reuters, die Truppen versuchten mit massiver Luftunterstützung einer saudisch geführten Koalition, die vollständige Kontrolle über das Gebiet zu sichern. Die Offensive soll Geländegewinne rückgängig machen, die den vom Iran unterstützten Huthis im September gelungen waren.
Widersprüchliche Angaben zur Kontrolle
Militärsprecher Majid al-Nuzayli erklärte laut der regierungsnahen Nachrichtenagentur Saba, die Truppen hätten auch den Flughafen von Dhubab eingenommen und die Straße zur Küstenstadt Mokha unterbrochen. Hunderte Huthi-Kämpfer seien eingekesselt. Diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig bestätigen.
Die gleichnamige Huthi-kontrollierte Nachrichtenagentur Saba bezeichnete die Berichte über Vorstöße in Richtung Dhubab dagegen als falsch. Zugleich meldeten die Huthis Geländegewinne im Bezirk al-Mawasit nahe Taiz. Die Kämpfe bedrohen dort eine wichtige Versorgungsroute der Regierungstruppen nach Aden.
Die saudisch geführte Koalition unterstützt die Offensive derweil aus der Luft. Nach Angaben ihres Sprechers Turki al-Malki sind 100 Kampfflugzeuge beteiligt.
Kämpfe bedrohen wichtige Handelsroute
Bab el-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Die Meerenge liegt auf der Schifffahrtsroute zwischen dem Indischen Ozean und dem Suezkanal. Weil Energieexporte aus der Golfregion durch die Blockade der Straße von Hormus bereits eingeschränkt sind, erhöhen die Kämpfe den Druck auf einen weiteren wichtigen Transportweg.
Der Vorsitzende des jemenitischen Präsidialrats, Raschad al-Alimi, hatte am Sonntag eine Offensive zur Rückeroberung der von den Huthis kontrollierten Gebiete angekündigt. Ob die jüngsten Geländegewinne Bestand haben und die Schifffahrt dadurch sicherer wird, ist bislang offen.
Der Bürgerkrieg begann nach der Einnahme der Hauptstadt Sanaa durch die Huthis im Jahr 2014. Eine saudisch geführte Koalition griff im folgenden Jahr ein. Eine im Jahr 2022 vereinbarte Waffenruhe beruhigte die Fronten zunächst. Seit diesem Sommer sind die Kämpfe erneut eskaliert.
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