US-Präsident Joe Biden hat seinen Nachfolger Donald Trump im Weißen Haus empfangen, um mit ihm die Übergabe der Amtsgeschäfte zu besprechen. Beide begaben sich ins Oval Office. „Willkommen zurück“, sagte der 81-jährige Biden, als er dem 78-jährigen Trump zum Wahlsieg gratulierte und kurze Eröffnungsworte an den Mann richtete, den er mehrmals als Bedrohung für die Demokratie bezeichnet hatte.
Als die beiden Präsidenten mit einem Gesamtalter von 159 Jahren sich die Hände schüttelten, schien Biden nach unten zu schauen, während Trump sich nach vorne beugte und ihm in die Augen sah.
Trump sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP: „Politik ist hart, und in vielen Fällen ist es keine sehr schöne Welt. Heute ist es eine schöne Welt, und ich weiß das sehr zu schätzen“. Er fügte hinzu, dass die Machtübergabe „so reibungslos wie möglich“ verlaufen werde – trotz der Tatsache, dass sein Übergangsteam vor seiner Amtseinführung als Präsident am 20. Januar noch einige wichtige Rechtsdokumente nicht unterzeichnet hat.
Reporter versuchten, Biden und Trump zum Reden zu bringen, indem sie beiden Fragen über die Ukraine und die Demokratie zuriefen. Aber Antworten blieben aus. Als das Geschrei begann, sah Biden Trump an. Trump bewegte seinen Kopf zur Seite und schien mit den Schultern zu zucken. Journalisten wurden dann gebeten, das Oval Office zu verlassen, berichtet die AP.
Anders als es das Protokoll vorsieht, blieb Trumps Frau Melania dem Empfang im Weißen Haus fern. Die künftige First Lady werde „nicht an dem heutigen Treffen im Weißen Haus teilnehmen“, hatte ihr Büro zuvor im Onlinedienst X mitgeteilt.
Was haben Joe Biden und Donald Trump zu besprechen?
Der Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan sagte, Biden werde mit Trump die wichtigsten außenpolitischen Themen ansprechen, darunter den Ukraine-Krieg. Die USA sind unter der Biden-Regierung der wichtigste Unterstützer Kiews im Verteidigungskrieg gegen Russland. Trump hat sich gegen eine Fortsetzung der Milliardenhilfen ausgesprochen und erklärt, den Ukraine-Krieg schnell beenden zu wollen.
Im Gegensatz zu Biden hatte Trump nach seiner Wahlniederlage im November 2020 einen ordnungsgemäßen Übergang verweigert und auch nicht an Bidens Vereidigung teilgenommen. Er verbreitete stattdessen damals die Falschbehauptung vom Wahlbetrug, an der er bis heute festhält.
Angestachelt von Trump stürmten fanatische Anhänger des Rechtspopulisten am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington, um die Beglaubigung von Bidens Wahlsieg durch den Kongress zu verhindern. Am 20. Januar wird Trump am Kapitol als 47. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Er hat angekündigt, wegen der Kapitol-Erstürmung Verurteilte an seinem ersten Tag im Amt zu begnadigen. (mit AFP)
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