Das ZDF hat eine neue Satiresendung angekündigt – nur eine Woche nach dem verkündeten Aus für Jan Böhmermanns „ZDF Magazin Royale“. Das Format heißt „Journal Deluxe“ und wird von Kabarettist Florian Schroeder moderiert. Dieser geriet zuletzt wegen seinen Aussagen über Ostdeutsche in die Kritik.
Zu sehen sein soll es erstmals Ende Oktober. Als direkten Nachfolger von Böhmermanns Show hat der Sender das Projekt aber ausdrücklich nicht benannt.
Wann läuft „Journal Deluxe“ – und auf welchem Sendeplatz?
Den Start hat das ZDF gestaffelt angelegt. In der Mediathek soll die erste Folge bereits am 29. Oktober ab 18 Uhr abrufbar sein. Im linearen Fernsehen läuft dieselbe Ausgabe deutlich später – und spät in der Nacht: am 3. November um 0.45 Uhr.
Insgesamt kündigte der Sender die Premiere für Ende Oktober an. Die Mitteilung dazu veröffentlichte das ZDF an einem Donnerstag.
Böhmermanns Sendeplatz im Hauptprogramm – freitags um 23 Uhr nach der „heute-show“ – übernimmt Schroeder zumindest vorerst nicht. Wer diesen Platz künftig füllt, ließ das ZDF ebenfalls offen.
Was „Journal Deluxe“ inhaltlich sein will
Wie das Format konkret aussieht, bleibt vorerst vage. Sicher ist nur: Es soll Gäste geben, und politisch dürfte es zugehen. Das ZDF beschreibt die Sendung als „mehr als eine Late-Night-Show mit Gästen und so viel mehr als ein Comedy-Format“. Schroeder „seziert“ demnach als „präziser Beobachter und schlagfertiger Kommentator“ die Gegenwart.
Welche Themen gemeint sein könnten, deutet der Sender mit zwei zugespitzten Fragen an: „Wie viel neue Wohnungen entstehen durch Enteignung? Wo stellen Grüne die Brandmauer hin, wenn der Handwerker erkennbarer AfD-Sympathisant ist?“
Schroeder selbst kündigt laut Mitteilung „eine neue Satirefarbe, die es so bisher nicht gibt“ an – „eine, die liberaler ist, eine die keine Scheuklappen aufsetzt“.
„Jammer-Ossis“: Warum Schroeder in die Kritik geriet
Der Kabarettist ist 47 Jahre alt und im Fernsehen kein Neuling. 2023 moderierte er mit „Schroeder darf alles“ bereits eine Satiresendung – allerdings für die ARD. Lange hielt sich dieses Format nicht: Nach zehn Folgen wurde es wieder eingestellt.
Schroeder polarisiert. Für Aufsehen sorgte er zuletzt mit einem Instagram-Video. Darin warf er Teilen Ostdeutschlands Widersprüchlichkeit vor. „Das Paradox ist, ihr werft dem Staat genau die Bevormundung vor, die ihr schon aus DDR-Zeiten kennt. Der Witz ist aber, ihr wollt genau diese Bevormundung“, sagte er in dem Clip. Den Osten nannte er „das lebende Stockholm-Syndrom“.
Das Video trug den Titel „Warum Jammer-Ossis nerven“, eingeblendet war der Schriftzug „Klappe halten, Jammer Ossis“.
Auch Russland und die AfD sprach Schroeder an. Wer Wladimir Putin „beklatschen“ wolle, solle sich ihm „bedingungslos an den Hals“ werfen, sagte er mit Blick auf die damals bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Er meine damit nicht alle Menschen in Ostdeutschland, betonte Schroeder. „Aber wer sich jetzt aufregt, der darf sich gemeint fühlen“, sagte er. Und wer einwende, als „Wessi“ dürfe er so nicht über „Ossis“ reden, sei ebenfalls gemeint.
Was aus dem „ZDF Magazin Royale“ und Böhmermann wird
Das Ende von Böhmermanns Sendung hatte das ZDF in der Woche zuvor verkündet – nach mehr als sechs Jahren. Die letzte Folge des „ZDF Magazin Royale“ ist für den 18. Dezember geplant. Ganz verabschieden will sich der Sender von Böhmermann aber offenbar nicht. Man befinde sich „in guten Gesprächen“ über ein mögliches neues Show-Konzept, teilte das ZDF mit.
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