Abgeordnetenhauswahl

Kai Wegner als Spitzenkandidat der Berliner CDU nominiert

Berliner CDU stellt Wegner beim Landesparteitag in Neukölln als Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl auf. Es gab überraschend einen Gegenkandidaten.

2 Min
Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, spricht auf dem Parteitag der CDU Berlin.

Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, spricht auf dem Parteitag der CDU Berlin.

© Annette Riedl/dpa

Der Regierende Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzender Kai Wegner wurde mit 92,67 % der Delegierten-Stimmen als Spitzenkandidat seiner Partei für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September nominiert. Von den anwesenden 275 Delegierten gaben 272 ihre Stimme ab.

Überraschend stellte sich Wolfram Wickert, Landesvorstand der Berliner Senioren-Union in Berlin, noch selbst als Gegenkandidat zu Kai Wegner auf. Wickert: „Ich habe meine Zweifel, dass wir den richtigen Kandidaten haben. Die Koalition stürzt in den Umfragen ab.“ Wickert, Ex-Diplomat und Bruder des ehemaligen Tagesthemen-Moderators Ulrich Wickert, wollte so den Delegierten eine Alternative zu Wegner bieten.

Der Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak hatte sich als anschließender Redner über Wickert empört und nannte dessen Kandidatur „unverantwortlich“, weil es kein geschlossenes Bild in der Öffentlichkeit abgebe, obwohl man so lange applaudiert habe und einem schon die Hände wehtäten. Wickert bestätigte jedoch seine Kandidatur, bekam aber keine weitere Redezeit mehr. Wickerts Ergebnis ging im Applaus über das Wegner-Ergebnis unter.

Wegner unter Druck

Kai Wegner steuert nach aktuellen Umfragen auf eine deutlich schwierigere Ausgangslage zu als noch vor drei Jahren. Die CDU liegt derzeit bei 19 bis 20 Prozent – ein spürbarer Rückgang gegenüber den 28,2 Prozent, mit denen die Partei bei der Wahl 2023 nach über zwanzig Jahren wieder die Führung des Berliner Senats übernommen hatte.

Wegner steht zudem seit Monaten parteiintern und öffentlich unter Druck. Anlass für Kritik war unter anderem sein Auftreten während des großflächigen Stromausfalls in der Hauptstadt. Auch personelle Entscheidungen wurden hinterfragt: So entließ Wegner einen frisch ernannten Staatssekretär für Digitalisierung bereits nach rund zwei Monaten im Amt wieder.

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