Überwachungsdrohnen der Royal Navy haben laut einem Bericht des Telegraph heimlich Daten nach China gesendet. Im Zentrum stehen die Kameras der sogenannten K3-Scout-Drohnen, deren Bauteile offenbar teilweise in China gefertigt wurden. Die Kameras übermittelten dem Bericht zufolge Informationen an ein Gerät in China.
Bei den K3-Scout-Drohnen handelt es sich laut Telegraph um unbemannte Überwachungsboote. Das Modell ist demnach darauf ausgelegt, eine Nutzlast von 600 Kilogramm zu tragen und bis zu 30 Tage am Stück zu operieren.
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Welche Daten sollen die Drohnen gesendet haben?
Dem Bericht zufolge enthielten die Kameras der K3-Scout-Drohnen in China gefertigte Komponenten. Diese sollen sogenannte „Heartbeat-Kommunikation“ an eine IP-Adresse in China gesendet haben.
Bei dieser „Heartbeat-Kommunikation“ handelt es sich nach Angaben der Zeitung um Daten, die lediglich bestätigen, dass ein Gerät online ist und normal funktioniert. Eine Untersuchung habe diese Übertragung aufgedeckt.
Das Verteidigungsministerium habe daraufhin die gesamte Internetverbindung der Kameras entfernt. Die 12-Millionen-Pfund-Flotte ist dem Bericht zufolge seit März im Einsatz.
Wo werden die Drohnen eingesetzt?
Die unbemannten Boote werden dem Bericht zufolge von der Coastal Forces Squadron und der Einheit 47 Commando der Royal Marines betrieben.
Laut Telegraph entstand die Sorge, dass sicherheitsüberprüftes Personal am Hauptquartier des Special Boat Service (SBS) im südenglischen Poole exponiert worden sein könnte. Der Bericht nennt zudem Bedenken, die Drohnen könnten sich in der Nähe hochsensibler Treffen befunden haben.
Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gab laut der Zeitung an, die K3-Drohnen seien Teil eines möglichen zukünftigen Pakets Großbritanniens zur Sicherung der Schifffahrtsfreiheit in der Straße von Hormus. Die Quelle sprach demnach von einem „schwerwiegenden Versäumnis“ bei der Prüfung der Herkunft der Bauteile und erklärte, man habe das Vertrauen in die Plattform verloren.
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Was das Verteidigungsministerium sagt
Das britischen Verteidigungsministerium erklärte, eine „routinemäßige Bewertung einer Cyber-Schwachstelle“ habe ein Problem an einem Untersystem eines Kraken-Bootes identifiziert.
„Eine gründliche Untersuchung ergab jedoch keine Hinweise darauf, dass Daten oder Systeme des Verteidigungsministeriums abgerufen, kompromittiert oder extern übertragen wurden“, zitiert der Bericht einen MoD-Sprecher. Man nehme die Sicherheit von Ausrüstung, Netzwerken und Daten „äußerst ernst“.
Was sagt das Unternehmen?
Geliefert wurden die Drohnen laut Telegraph-Bericht vom britischen Rüstungskonzern Kraken Technology Group, der die Kameras von einem Drittanbieter bezogen habe, der Zusicherungen hinsichtlich ihrer Sicherheit gegeben hatte.
Ein Sprecher des Unternehmens erklärte laut Bericht, einige Kameras eines Drittanbieters hätten „eine geringe Zahl an Bauteilen“ aus dem Ausland enthalten. Die Geräte seien NDAA-konform gewesen. NDAA-Konformität bezieht sich laut Telegraph auf den US-amerikanischen National Defense Authorization Act – Ausrüstung gilt demnach als konform, wenn sie frei von Bauteilen bestimmter, mit Einschränkungen belegter Hersteller ist. Nach einer vollständigen Prüfung sei man zuversichtlich, dass keine sensiblen Informationen nach außen gelangt seien.
Kritik kam laut Telegraph-Bericht von den britischen Konservativen: Die oppositionellen Tories forderten demnach von der Regierung, ihre Ausrüstung auf versteckte chinesische Komponenten überprüfen zu lassen.
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