Zentralasien

Kasachstan löst sich von Russlands Rüstung: Airbus liefert A400M

Mit dem Airbus A400M stärkt Kasachstan seine Eigenständigkeit gegenüber Russland. China und Europa gewinnen als Rüstungspartner an Bedeutung.

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Mit der Airbus A400M will Kasachstan die militärische Unabhängigkeit von Russland stärken (Symbolbild).

Mit der Airbus A400M will Kasachstan die militärische Unabhängigkeit von Russland stärken (Symbolbild).

© stock&people/imago

Das kasachische Verteidigungsministerium hat am Montag die Ankunft des nächsten Airbus A400M Atlas in Almaty verkündet. Die Maschine kam aus dem spanischen Sevilla. Der Rumpf und das Seitenleitwerk wurden im niedersächsischen Stade hergestellt. Damit ist der Vertrag Kasachstans über zwei schwere Militärtransporter abgeschlossen. Die erste A400M war bereits im Dezember 2024 übergeben worden.

Die A400M ist mehr als ein Transportflugzeug für die kasachischen Streitkräfte. Sie steht für eine Diversifizierungsstrategie des Landes, seine militärischen Fähigkeiten unabhängiger von Russland aufzustellen. Der Transporter kann Personal und schweres Gerät über große Entfernungen befördern und auch auf kurzen, unbefestigten Pisten landen. Kasachische Piloten und Techniker wurden dafür im Airbus-Zentrum in Sevilla ausgebildet.

Wie wichtig die neue Fähigkeit ist, zeigte sich im Mai 2026. Die erste A400M brachte 70 kasachische UN-Blauhelmsoldaten vom Einsatz zurück nach Almaty. Künftig sollen die Flugzeuge auch Evakuierungen, Katastrophenhilfe und internationale Friedensmissionen unterstützen.

Kasachstan reduziert seine militärische Abhängigkeit

Jahrzehntelang waren die Streitkräfte Kasachstans und der anderen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens eng an Russland gebunden. Moskau lieferte nicht nur Waffen und Militärtechnik. Auch Ersatzteile, Wartung, Ausbildung und sicherheitspolitische Zusammenarbeit stützten die russische Vormachtstellung in der Region.

Doch diese Abhängigkeit gerät zunehmend unter Druck. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine bindet erhebliche militärische und industrielle Ressourcen. Gleichzeitig wächst bei den zentralasiatischen Staaten das Interesse, ihre Streitkräfte zu modernisieren und sich in der Beschaffung breiter aufzustellen.

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Kasachstan setzt deshalb verstärkt auf alternative Anbieter. Neben der A400M betreibt das Land bereits Airbus-C295-Transportflugzeuge. Die Beschaffung europäischer Militärtechnik schafft neue technologische Verbindungen und verringert langfristig die Abhängigkeit von russischen Lieferketten.

EU-Sanktionen erschweren weitere Rüstungskooperation

Allerdings dürfte auch eine engere militärische Zusammenarbeit mit Europa für Kasachstan nicht ohne Schwierigkeiten bleiben. Grund dafür sind die EU-Sanktionen gegen Russland und die engen wirtschaftlichen Verflechtungen Kasachstans mit seinem nördlichen Nachbarn. Brüssel kontrolliert zunehmend streng, ob westliche Rüstungsgüter, Ersatzteile und Technologien über Drittstaaten nach Russland gelangen.

Bereits im Juli 2026 nahm die EU auch Unternehmen in Kasachstan in den Fokus, denen eine Unterstützung bei der Umgehung von Exportbeschränkungen vorgeworfen wird. Für künftige Rüstungsprojekte bedeutet das aufwendigere Genehmigungsverfahren und strengere Kontrollen des Endverbleibs. Kasachstan muss sicherstellen, dass europäische Militärtechnik und Dual-Use-Güter nicht in Russland oder anderen Drittstaaten landen.

Auch China profitiert von der Strategie

Nicht nur Europa profitiert von der Neuorientierung. Auch China baut seine militärische Zusammenarbeit mit Zentralasien aus. Besonders deutlich zeigt sich das in Usbekistan. Ende August 2026 wurden sechs chinesische J-10CE-Kampfjets ausgeliefert. Insgesamt hat Usbekistan 24 Kampfjets erhalten.

Peking gewinnt damit in einem entscheidenden Bereich an Einfluss, der lange zu den wichtigsten Machtinstrumenten Moskaus gehörte. China verbindet seine Rüstungskooperation mit umfangreichen Wirtschaftsbeziehungen, Investitionen in Energie und Rohstoffe sowie Infrastrukturprojekten.

Auch die Türkei gehört zu den zunehmend gefragten militärischen Partnern der Region. Die zentralasiatischen Staaten setzen damit auf ein breiteres Netz aus Lieferanten und Kooperationspartnern.

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