Gesetzlich Versicherte müssen nach Ansicht des GKV-Spitzenverbands bei der Vergabe von Arztterminen bessergestellt werden. Das berichtete die Tagesschau am Samstag unter Berufung auf ein Interview des Verbandsvorsitzenden Oliver Blatt mit den Funke-Zeitungen.
„Wir müssen den Zugang zur ambulanten Versorgung so organisieren, dass Termine nach medizinischem Bedarf vergeben werden – und nicht danach, wie jemand versichert ist“, sagte Blatt. Rund 75 Millionen Menschen seien gesetzlich versichert und finanzierten den größten Teil der ärztlichen Honorare, würden bei der Terminvergabe aber häufig benachteiligt. Das sei eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“.
Der GKV-Spitzenverband mit Sitz in Berlin vertritt alle gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland. Er verhandelt bundesweite Verträge über die medizinische Versorgung, wirkt an verbindlichen Regelungen mit und berät die Politik bei Gesetzesvorhaben.
Den Begriff Zwei-Klassen-Medizin lehnte Blatt dem Bericht zufolge ab. Im Krankenhaus und bei den meisten Ärzten würden gesetzlich Versicherte genauso gut behandelt wie Privatpatienten. Die Ungleichbehandlung zeige sich vor allem bei den Wartezeiten. Ärzte sollten weiterhin Privatpatienten behandeln, diese aber nicht automatisch bevorzugen.
Lange Wartezeiten bei Fachärzten
Nach der GKV-Versichertenbefragung 2025 bewerten 30 Prozent der Befragten die Wartezeiten in Facharztpraxen als zu lang. Ein Viertel wartet länger als 30 Tage auf einen Facharzttermin. Bei Hausärzten ist dagegen die Mehrheit zufrieden.
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Widerstand aus der Ärzteschaft
Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns und die Bayerische Landesärztekammer hatten sich am 14. Oktober gegen eine von der Bundesregierung geplante Verschärfung der Terminmeldepflicht – also der Verpflichtung niedergelassener Ärzte, freie Behandlungstermine an die Kassenärztlichen Vereinigungen zu melden – ausgesprochen. Praxen seien keine staatlichen Terminvergabestellen, erklärte BLÄK-Präsident Gerald Quitterer.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte zuvor vorgeschlagen, in medizinisch dringenden Fällen Facharzttermine innerhalb einer Woche zu ermöglichen – allerdings nur gegen eine zusätzliche Vergütung der Praxen.
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