Die Schauspielerin Katrin Sass feiert heute ihren 70. Geburtstag. In der NDR-Dokumentation „Echt, Katrin Sass!" spricht sie offen über den Tiefpunkt ihrer Karriere nach der Wende und ihren Weg aus der Alkoholsucht. Die mit zwei Deutschen Fernsehpreisen, einem Bambi, der Goldenen Henne sowie zwei Berlinale-Preisen ausgezeichnete Darstellerin schildert, wie sie Mitte der 1990er-Jahre vor dem beruflichen und finanziellen Aus stand.
Nach zehn Folgen als Kommissarin Tanja Voigt im „Polizeiruf 110" sei sie vom Sender aussortiert worden, berichtet Sass in der Doku. „Da rief dann mein Agent an: ‚Die haben dich entlassen.' Das war ein Hammer. Ich hatte ja nur einen ‚Polizeiruf' im Jahr, davon haben wir gelebt. Ich wurde gar nicht mehr besetzt", wird sie zitiert. Auch andere Filmangebote blieben aus.
Der Einschnitt habe sie zum Umdenken gebracht. Mitte der 90er-Jahre räumte Sass ihre Alkoholsucht öffentlich ein, begann eine Therapie und lebt nach eigenen Angaben seit Juli 1998 abstinent. Dennoch sei die berufliche Flaute zunächst geblieben, ein finanzielles Fiasko habe sich angekündigt.
Wiedereinstieg mit „Heidi M.“ und „Good Bye, Lenin!“
Die Wende kam mit der Hauptrolle im Kinofilm „Heidi M.“ Kurz darauf folgte der international erfolgreiche Film „Good Bye, Lenin!“, der Sass ein Comeback und zahlreiche Auszeichnungen einbrachte. Im vergangenen Jahr erhielt sie die Goldene Henne für ihr Lebenswerk.
Seit mehr als zehn Jahren gehört Sass zum festen Ensemble des „Usedom-Krimis“. In der Reihe spielt auch ihr Hund Lucky mit, der ursprünglich nicht im Drehbuch vorgesehen war. Die Schauspielerin zeigt sich dankbar für die kontinuierliche Rolle, da sie weiß, wie schwierig es sei, im höheren Alter noch für Filmproduktionen besetzt zu werden.
Mit dem eigenen Älterwerden hadert Sass dagegen. Zur bevorstehenden Zahl 70 sagt sie in der Dokumentation: „Geht gar nicht, kann ich gar nicht. Man soll dazu stehen. Ich will das nicht. Ich will das nicht hören.“
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