Kein Ende des Abwärtstrends in Sicht

Sebastian Wolff
2 Min

Üblicherweise fallen die Konjunkturprognosen der Bundesregierung meist einen Tick positiver aus als die von Forschungsinstituten oder Sachverständigen. Da mag durchaus ein Schuss Zweckoptimismus mitschwingen - wer will das der Regierung verdenken. Umso nachdenklicher muss deshalb nun der neueste Ausblick des Bundesfinanzministeriums stimmen. Er geht nämlich davon aus, dass sich der Rückgang der Wirtschaftsleistung im laufenden vierten Quartal 2008 sogar noch beschleunigt und dass sich dies in den kommenden Monaten deutlich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen werde.Besonders beunruhigend sind die sich verschlechternden Aussichten für den Export - schließlich ist kaum eine andere Industrienation so sehr davon abhängig wie Deutschland. Hier gibt es aber laut Ministerium immerhin noch einen Lichtblick. So habe die jüngste Abwertung des Euro die preisliche Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen im Ausland wieder verbessert. Das Dumme ist nur: Seit einigen Tagen legt der Euro wieder rasant zum Dollar zu. Ein Grund dafür ist die Entscheidung der US-Notenbank, die Leitzinsen praktisch auf null zu senken. Das macht Geldanlagen in den USA unattraktiv - und so schichten Anleger wieder riesige Beträge von den Dollar- in den Euro-Raum um, wodurch der Kurs des Euro steigt. Doch von dieser ganz neuen Entwicklung ist in dem Bericht des Finanzministeriums noch gar nicht die Rede. Setzt sich der Aufwärtstrend beim Euro fort, dürfte es deshalb noch schlimmer kommen als vom Finanzministerium erwartet.

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