Rutte-Treffen

Kein „Küsschen“ für Trump: US-Präsident kritisiert Deutschland und lobt Selenskyj

US-Präsident Trump kritisiert beim Treffen mit Nato-Chef Mark Rutte Deutschland und weitere Verbündete für ihre Haltung zum Iran-Krieg. Über Selenskyj äußerte er sich positiv.

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US-Präsident Donald Trump (r.) und Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Oval Office des Weißen Hauses

US-Präsident Donald Trump (r.) und Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Oval Office des Weißen Hauses

© Jacquelyn Martin/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat knapp zwei Wochen vor dem Nato-Gipfel in Ankara seine Kritik an europäischen Verbündeten erneuert. 
Trump zeigte sich am Mittwoch im Oval Office verärgert über die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung mehrerer Nato-Staaten im Iran-Krieg.

Er sei „enttäuscht über Deutschland“, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP, ohne Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) namentlich zu nennen. Er habe die Bundesregierung um Unterstützung gebeten: „Gebt uns einen kleinen Stups, gebt uns ein kleines Küsschen. Aber sie haben nein gesagt.“

Über Rutte sagte Trump laut Reuters, dieser habe „wirklich gute Arbeit geleistet“. „Ich glaube, wenn jemand anderes in dieser Position gewesen wäre, würden wir uns heute gar nicht treffen, um ehrlich zu sein, denn wir wurden im Stich gelassen“, so der US-Präsident.

Trump lobt Selenskyj

Auch Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien kritisierte Trump, lobte laut Reuters jedoch Polen. Das Pentagon hatte zuletzt den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland und eine sechsmonatige Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa angekündigt.

Positiv äußerte sich Trump über den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser sei „mutig“ und schlage sich „ziemlich gut“ gegen Russland, sagte er laut AFP. Beim G7-Gipfel Mitte Juni hatte Trump bereits schärferen Sanktionen gegen Russland zugestimmt und Moskau dazu aufgerufen, ein Friedensabkommen zu schließen.

Rutte verweist auf gestiegene Verteidigungsausgaben

Rutte erklärte laut Reuters, bei einigen Verbündeten habe es „Einzelfälle“ gegeben, über die der Präsident enttäuscht sei, generell aber hätten die Europäer die USA unterstützt. Zwischen 4000 und 5000 US-Flugzeuge seien während des Krieges von Stützpunkten in Europa gestartet. Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto erklärte dem Bericht zufolge, Rom habe nur technische und logistische Flüge genehmigt.

Mit Schautafeln verwies Rutte auf gestiegene Verteidigungsausgaben der Bündnispartner. Eine Tafel zur Darstellung der Ausgaben trug laut AFP die Aufschrift „Die Trump-Billion“. Trump sagte laut AP, er wolle vor allem „Loyalität“ und fügte hinzu: „Wir brauchen ihr Geld nicht.“ Der Nato-Gipfel findet am 7. und 8. Juli in Ankara statt. (mit AFP)

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