Die Gegend rund um den Hasselbachplatz ist das Kneipenviertel Magdeburgs. Auch in der Nacht nach der Wahl sind zahlreiche Nachtschwärmer im alternativ geprägten Stadtteil unterwegs. Wir haben bei Passanten und Partygängern nachgefragt: Haben sie Angst vor dem Aufstieg der AfD?
„Wir haben keine Angst“, sagt ein Döner-Mann kurz vor Ladenschluss. „Noch nicht“, ergänzt sein Kollege. „Wenn es schlimm wird, ziehen wir einfach weg, nach Hannover oder Köln. Arbeit gibt es überall.“
„Ich finde das Wahlergebnis ganz schlimm“, sagt eine junge Frau Anfang 20. „Magdeburg lebt doch von Vielfalt. Und jetzt das.“
„Die Journalisten waren schon da“, sagt die junge Frau, die hinter dem Tresen einer Rockbar steht. „Ihre Kollegen wollten noch nicht mal etwas trinken. Kein weiterer Kommentar.“
„Was? Das BSW ist jetzt das Zünglein an der Waage?“, sagt eine Studentin. Dass die Partei den Einzug in den Landtag geschafft hat und womöglich keine Regierungskonstellation an ihr vorbeiführt, macht ihr Sorgen. „Das finde ich undemokratisch.“
„Jetzt erst recht“, betont eine junge Frau, die einen auffälligen Nasenring trägt. „Magdeburg ist so schön, natürlich werde ich bleiben – trotz AfD.“ Sollte sich die Sicherheitslage für Queers und FLINTA-Personen verschärfen, will sie das allerdings überdenken.
„Ist mir egal“, sagt ein junger Mann. „Ich hole mir erst einmal ein Bier.“
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„Nächstes Jahr bin ich fertig mit dem Studium, dann bin ich wahrscheinlich weg“, erklärt ein junger Mann aus dem Libanon in nahezu perfektem Deutsch. Er studiert Luft- und Raumfahrt, ist mit einem Visum eingereist und finanziert sein Studium durch seinen Teilzeitjob bei einem bekannten Lieferdienst. „Im Westen wird halt besser gezahlt.“ Aber am liebsten will er in die USA. „Die haben weniger Steuern und deutlich höhere Löhne.“
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