Im Fall des 2022 aus dem Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching gestohlenen Goldschatzes haben rund 60 Einsatzkräfte am Montag erneut ein Wohnanwesen im mecklenburgischen Plate bei Schwerin durchsucht. Im Einsatz sind nach Angaben der Ermittler vier Goldspürhunde aus Ungarn sowie Röntgen- und Radartechnik. Das Grundstück gehört dem mutmaßlichen Haupttäter und seiner Lebensgefährtin.
Fabian Puchelt vom bayerischen Landeskriminalamt (LKA) sprach von der „Nadel im Heuhaufen“, die hier gesucht werde. Es gehe um einen „kleinen Haufen“ von rund drei Kilogramm Gold, der an zahlreichen möglichen Stellen auf dem Grundstück versteckt sein könnte. Welche neuen Erkenntnisse den Verdacht stützen, dass das Gold dort liegt, teilten die Ermittler nicht mit. Bislang wurde nichts gefunden. Die Suche soll bis zum Einbruch der Dunkelheit fortgesetzt und voraussichtlich am Dienstag weitergeführt werden.
411 Goldmünzen weiter verschollen
Der Diebstahl im November 2022 hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der etwa 2100 Jahre alte Schatz gilt als größter keltischer Goldfund des 20. Jahrhunderts. Von den rund 500 Münzen mit einem geschätzten Wert von 1,5 Millionen Euro fehlen nach Einschätzung der Ermittler weiterhin etwa 411 Goldmünzen sowie ein Goldgusskuchen. Sie sollen sich noch im Besitz des Hauptverdächtigen befinden.
Die bayerischen Ermittler bezeichneten die erneute Durchsuchung als „akribische Kleinstarbeit“. Jedes Möbelstück werde auf mögliche Verstecke untersucht. „Wir haben uns die originalen Baupläne von dem Haus besorgt und schauen nach, ob diese mit dem übereinstimmen, was wir jetzt hier vorfinden“, sagte Puchelt. Auch die Bodenplatte des Einfamilienhauses soll mit Radar gescannt werden.
Internationale Taskforce im Einsatz
Die Aktion wird gemeinsam von den Landeskriminalämtern Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Bundeskriminalamt durchgeführt. Unterstützung kommt von einer „Heritage Crime Taskforce“ der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Beteiligt sind unter anderem Polizisten aus Kanada, Zollfahndungsexperten aus den USA, Forensiker aus Großbritannien und die ungarischen Goldspürhunde. „Das sind Leute, die beschäftigen sich in ihrem Alltag damit, wo Leute professionell Sachen verstecken können“, so Puchelt.
Im vergangenen Jahr hatte das Landgericht Ingolstadt vier Männer verurteilt – drei stammen aus Mecklenburg-Vorpommern, einer aus Berlin. Sie sollen nachts in das Manchinger Museum eingebrochen sein und binnen weniger Minuten den Schatz entwendet haben. Der Hauptverdächtige erhielt elf Jahre Haft, das Urteil ist allerdings nicht rechtskräftig. Er sitzt nach Angaben des LKA weiterhin in München in Untersuchungshaft.
Bei einem der Beschuldigten waren im Laufe der Ermittlungen Goldklumpen entdeckt worden. Einer Analyse zufolge wurden dafür etwa 70 antike Münzen eingeschmolzen, mutmaßlich um die Herkunft zu verschleiern und das Material später zu verkaufen. Während des Prozesses äußerten sich die Angeklagten nicht zum Verbleib des restlichen Goldes. Neben dem Einbruch in Manching wurden ihnen rund 20 weitere Taten in Deutschland und Österreich zur Last gelegt.
Auch gegen die Lebensgefährtin des Hauptverdächtigen wird ermittelt. Sie soll nach Einschätzung der Beamten Hilfe beim Verkauf des Goldes angeboten haben. Der Vorwurf lautet auf Geldwäsche.
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