Der im November gestohlene keltische Goldschatz aus dem bayerischen Manching ist offenbar teilweise eingeschmolzen und damit unwiederbringlich zerstört worden. Insgesamt 18 Goldklumpen seien gefunden worden, sagte ein Vertreter des bayerischen Landeskriminalamts am Donnerstag in München. Die Zusammensetzung deute mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass es sich um die gesuchten Münzen handele. Demnach wurden vermutlich jeweils vier Goldmünzen aus dem Schatz zu einem Klumpen zusammengeschmolzen.
Ein Teil des Schatzes sei somit von den Tatverdächtigen „mit brachialer Gewalt zerstört“ worden – womöglich um ihn besser verkaufen zu können, wie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Ingolstadt erklärte. Bayerns Staatsminister für Wissenschaft, Markus Blume (CSU), zufolge sind etwa 70 Münzen unwiederbringlich zerstört. Blume bezeichnete die Tat am Donnerstag als einen „Anschlag auch auf unser kulturelles Gedächtnis“. Für den Rest der Goldmünzen gebe es aber noch Hoffnung.
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Goldschatz-Diebstahl in Manching: Vier Deutsche verdächtig
Rund acht Monate nach dem Diebstahl sitzen inzwischen vier Verdächtige in Untersuchungshaft. Das Amtsgerichte Ingolstadt hatte Haftbefehle gegen die vier Männer erlassen. Wie das Bayerische Landeskriminalamt mitteilte, wurden die mutmaßlichen Einbrecher am Dienstag in Gewahrsam genommen. Auch Spezialeinheiten der Polizei seien an dem Einsatz beteiligt gewesen.
Die vier Verdächtigen wurden im Großraum Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern festgenommen. Bei den Männern handelt es sich um Deutsche im Alter von 42 bis 50 Jahren ohne Migrationshintergrund. Einer der Festgenommenen stammt aus Berlin, die anderen drei aus Schwerin.
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Das Quartett soll im November 2022 nachts in das Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching bei Ingolstadt eingebrochen sein und dort den rund 2100 Jahre alten Kelten-Goldschatz gestohlen haben. Eine DNA-Spur, die an Einbruchsmaterial entdeckt wurde, führte zu den Verdächtigen. Die gestohlenen Goldmünzen von Manching sind der größte keltische Goldfund des 20. Jahrhunderts. Die Münzen können etwa auf das Jahr 100 vor Christus datiert werden.
Nicht nur Museumseinbrüche: Diebe hatten seit Jahren dieselbe Masche
Neben dem spektakulären Golddiebstahl sollen die Männer zudem für mindestens acht weitere Einbrüche verantwortlich sein – etwa in Supermärkten, einem Spielcasino und einer Kfz-Zulassungsstelle. Dies habe man dank der gefundenen DNA-Spur zweifelsfrei feststellen können, teilte das Landeskriminalamt in Bayern mit. Auch weitere Museumsdiebstähle seien geplant gewesen.
Bei den Taten sollen die Männer stets nach derselben Masche vorgegangen und damit über Jahre erfolgreich gewesen sein. Einer der Verdächtigen, von Beruf Fernmeldetechniker, sei dafür verantwortlich gewesen, im Vorfeld die Alarmanlagen in ausgekundschafteten Gebäuden lahmzulegen. Anschließend konnten die vier Verdächtigen – stets mit den gleichen blauen Brecheisen, auffälligen Rucksäcken und schwarzen Overalls ausgestattet – ungestört an das Diebesgut gelangen.
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