Eine seltene Nachricht in diesen Tagen: Für 5,2 Millionen Autofahrer wird die Kfz-Versicherung billiger, nicht teurer. Denn der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Schadenbilanzen und Regionalklassen der 413 Zulassungsbezirke für die Kfz-Versicherung in Deutschland neu berechnet.
Für Sachsen ergeben sich ausschließlich bessere Einstufungen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung rutschen die rund 270.000 Autobesitzer in Meissen und Leipzig (Land) in eine niedrigere Regionalklasse. Die beste Schadenbilanz erreichte Mittelsachsen, in Dresden war die Schadenbilanz am schlechtesten.
In Chemnitz sowie den Landkreisen Bautzen, Görlitz und Leipzig profitieren demnach 315.000 Versicherte von einer niedrigeren Regionalklasse bei der Vollkaskoversicherung. In der Teilkaskoversicherung bleibt alles gleich. Der Verband hat die Schadenbilanzen und Regionalklassen der 413 Zulassungsbezirke in Deutschland neu berechnet.
Elbe-Elster fährt am sichersten
In Brandenburg werden für 260.000 Versicherungnehmer in Dahme-Spreewald, Potsdam und Barnim die Beiträge günstiger. In Cottbus steigt die Regionalklasse der Kfz-Haftpflichtversicherung hingegen um eine Klasse. In Prignitz sinkt die Regionalklasse sowohl in der Teil- als auch in der Vollkaskoversicherung.
In Brandenburg liegt der Zulassungsbezirk mit der bundesweit besten Schadenbilanz: Im Bezirk Elbe-Elster liegen die Kfz-Haftpflichtschäden rund ein Drittel unter dem bundesweiten Durchschnitt.
In ganz Mecklenburg-Vorpommern liegen die Schadenbilanzen in der Kfz-Haftpflichtversicherung unter dem Bundesdurchschnitt, sieben von zwölf Zulassungsbezirken sind hier in der besten Kfz-Haftpflichtklasse eingestuft.
Allerdings steigen auch hier in den größeren Städten Rostock und Stralsund sowie Nordwestmecklenburg die Beiträge für Vollkaskoversicherte.
In Sachsen-Anhalt werden fünf Bezirke in der Kfz-Haftpflichtversicherung besser eingestuft. Die Vollkaskoversicherten im Altmarktkreis Salzwedel und in Anhalt-Bitterfeld rutschen in eine höhere Regionalklasse. In Magdeburg war die Schadenbilanz am schlechtesten.
Thüringer Zulassungsbezirke profitieren am wenigstens von den Neuberechnungen im Osten. Hier ergibt sich für 30 Prozent der Autofahrer in sieben Zulassungsbezirken eine niedrigere Klasse in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Suhl und Weimar rutschen hingegen in eine höhere Regionalklasse.
Auch Reparaturkosten für die einzelnen Fahrzeugmodelle fließen mit in die Berechnungen ein.
© Fabian Sommer
Für die große Mehrheit ändert sich nichts
Die Regionalklasse errechnet sich aus der Schadenbilanz eines Zulassungsbezirks. Wie hoch der persönliche Versicherungsbeitrag ist, hängt aber von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen etwa das Fahrzeug mit der Typklasse, die jährliche Fahrleistung und die Entwicklung der Reparaturkosten.
GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen erklärte mit Blick auf ganz Deutschland: „Für 5,2 Millionen Autofahrende aus 63 Zulassungsbezirken verbessert sich die Regionalklasse, für 4,8 Millionen aus 46 Bezirken steigt sie. Wo ein Auto zugelassen ist, macht für die Schadenbilanz einen erheblichen Unterschied. Besonders Großstädte schneiden häufig schlechter ab als ländliche Regionen.»
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Für die große Mehrheit ändert sich nichts. In 304 Zulassungsbezirken mit mehr als 32 Millionen Autofahrern bleibt die Regionalklasse unverändert.
Die Regionalstatistik des GDV ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge ab dem nächsten Versicherungsjahr angewendet werden. (mit dpa)
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