Fehlalarm

KI-Krokodil-Bild löst Großeinsatz in Singapur aus – 30-Jährigem droht Gefängnisstrafe

Ein mit KI erzeugtes Krokodilbild hat in Singapur einen Behördeneinsatz ausgelöst. Nun steht der mutmaßliche Urheber wegen zweier Vorwürfe vor Gericht.

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In Singapur steht ein Mann vor Gericht, nachdem er ein KI-generiertes Krokodilbild verschickt haben soll.

In Singapur steht ein Mann vor Gericht, nachdem er ein KI-generiertes Krokodilbild verschickt haben soll.

© Tibor Bognar/imago

Ein gefälschtes Bild eines Krokodils hat in Singapur die Sperrung eines Reservoirs für Wassersport und eine Suche nach dem vermeintlichen Tier ausgelöst. Wegen des Vorfalls ist nun ein 30-Jähriger angeklagt worden, wie der singapurische Sender CNA berichtet. Ihm werden die Verbreitung einer Falschmeldung und die Behinderung der Justiz vorgeworfen.

Der Staatsbürger Myanmars, Ye Lin, soll am 20. August einem Kollegen ein KI-generiertes Bild geschickt haben, das ein Krokodil im Pandan-Reservoir zeigte. Wie CNA am Donnerstag unter Berufung auf die Wasserbehörde PUB berichtete, arbeitete der Beschuldigte für einen Auftragnehmer, der für die Instandhaltung des Reservoirs zuständig ist. Sein Vorgesetzter informierte die Behörde über das Bild.

PUB versuchte nach eigenen Angaben zunächst, dessen Echtheit mit verschiedenen KI-Erkennungsprogrammen zu überprüfen. Die Ergebnisse seien jedoch nicht eindeutig gewesen.

Das Pandan-Reservoir in Singapur

Das Pandan-Reservoir in Singapur

© imago

Nach Angaben der Polizei leitete  PUB daraufhin aus Sicherheitsgründen gemeinsam mit der Nationalparkbehörde Such- und Fangmaßnahmen ein. Wassersport wurde vorübergehend eingestellt, die Bevölkerung zur Vorsicht aufgerufen.

Nachdem sich das Bild schließlich nach weiteren Prüfungen als Fälschung herausgestellt hatte, erstattete PUB Anzeige. Die Wassersportaktivitäten wurden anschließend wieder erlaubt.

Zweiter Vorwurf wegen gelöschter Daten

Laut dem Gerichtsbericht von CNA soll Ye unterdessen die erzeugten Bilder und die Verlaufsdaten der Gemini-App von seinem Mobiltelefon gelöscht haben. Darauf beruht der Vorwurf der Behinderung der Justiz.

Für die Verbreitung einer Falschmeldung sieht das Gesetz bis zu drei Jahre Haft, eine Geldstrafe von bis zu 10.000 Singapur-Dollar (etwa 6900 Euro) oder beides vor. Für die Behinderung der Justiz drohen bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe. 

Ye erklärte vor Gericht über einen Dolmetscher, er wolle sich schuldig bekennen und keinen Anwalt beauftragen. Ein Urteil steht aus. Der nächste Gerichtstermin ist für den 10. November angesetzt.

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