Raketentest

„Wellenförmige Flugbahn“: Nordkorea meldet Hyperschallrakete mit 1000 Kilometern Reichweite

Pjöngjang spricht von einem erfolgreichen Test eines mobilen Hyperschallwaffensystems. Südkorea und Japan widersprechen bei der Flugstrecke der Mittelstreckenrakete deutlich.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un überwachte den jüngsten Test eines Waffensystems persönlich.

Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un überwachte den jüngsten Test eines Waffensystems persönlich.

© STR/AFP

Nordkorea hat nach eigenen Angaben am Samstag eine Mittelstreckenrakete aus einem Hyperschallwaffensystem erprobt. Der Flugkörper sei an der Ostküste gestartet worden und habe ein Ziel im Meer in 1000 Kilometern Entfernung getroffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Staatschef Kim Jong-un habe den Start persönlich beaufsichtigt.

Hyperschallwaffen fliegen mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit und sind durch veränderliche Flugbahnen schwerer abzufangen als herkömmliche Raketen.

Die südkoreanischen Streitkräfte hatten den Start bereits am Samstag bestätigt, die Flugstrecke aber auf mehr als 700 Kilometer beziffert. Das japanische Verteidigungsministerium teilte mit, die Rakete sei im Osten Nordkoreas abgefeuert worden, habe eine Scheitelhöhe von rund 90 Kilometern erreicht und sei etwa 680 Kilometer weit geflogen, bevor sie außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone ins Meer stürzte. Tokio protestierte gegen den Start als Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Abweichende Angaben zur Flugbahn

Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Staatschefs, Kim Yo-jong, hatte am Samstag erklärt, Südkorea und Japan seien mit ihren Berechnungen an einer besonderen „wellenförmigen Flugbahn“ der Rakete gescheitert.

Das Verteidigungsministerium in Seoul wies das nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters zurück: Die Vorbereitungen seien beobachtet, der Start sofort erfasst und der Abschussort genau bestimmt worden. Die zuletzt getesteten Raketen könnten von südkoreanischen und US-amerikanischen Abwehrsystemen aufgespürt und abgefangen werden.

Hinweis auf baldige Stationierung

Der Test ist nach Angaben von Reuters bereits der mehr als zehnte Raketenstart Nordkoreas in diesem Jahr. Der südkoreanische Sicherheitsexperte Hong Min vom staatlichen Forschungsinstitut für Wiedervereinigung in Seoul sagte Reuters, es handele sich vermutlich um ein kegelförmiges Hyperschallsystem, das 2022 erstmals erprobt worden sei. Pjöngjang signalisiere damit einen Übergang von der Versuchsphase zur militärischen Nutzung.

Laut KCNA sollte der Test die Einsatzbereitschaft der Raketentruppen prüfen. Der Ausbau der atomaren Abschreckung sei für die nationale Sicherheit unverzichtbar, wurde Kim Jong-un zitiert.

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