Marzahn. Kritik an der Entscheidung der Bundesregierung, Deserteure der sowjetischen beziehungsweise russischen Armee in ihre Heimatländer abzuschieben, hat das Ökumenische Forum Marzahn geübt. In einem Brief an die Kirchen und Gemeinden wird an die Christen Marzahns appelliert, sich dafür einzusetzten, daß diese Menschen als Flüchtlinge anerkannt werden und in Deutschland politisches Asyl erhalten. Nach russischem Recht drohen Offizieren und längerdienenden Soldaten bei ihrer Rückführung wegen Fahnenflucht bis zu sieben Jahre Haft, heißt es in dem Schreiben. Hohe Offiziere und solche aus Spezial-Nachrichteneinheiten müßten sogar mit der Todesstrafe rechnen. In dem Schreiben wird an die Zustände in der früheren Westgruppe der sowjetischen beziehungsweise russischen Streitkräfte erinnert. Dort herrschten "Grausamkeit und Korruption". Offiziere seien genötigt worden, sich am "illegalen Handel mit Waffen und Munition, chemischen und radioaktiven Mitteln zu beteiligen. Die Marzahner Christen werden aufgefordert, sich beim Bundestag, der Bundesregierung sowie beim Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Nürnberg für diese Personengruppe einzusetzen. +++
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